Lesermail zum Kommentar „Finanznotstand, mal wieder“

Der herauszuhörende Sarkasmus sei dem Kommentator vergönnt. Allerdings kann man die Geschichte auch ganz anders betrachten: Es ist unbestritten, dass Eching bisher alle finanziellen Krisen, verursacht durch äußere Umstände, überlebt hat.

Wir sollten uns aber nicht mehr allzu sicher sein, ob die sich abzeichnende Rezession in Deutschland nur kurz andauert und zu keinen einschneidenden Folgen bei der wirtschaftlichen Entwicklung, auch in Eching, führt.

Ich nenne ein Beispiel: Die deutsche Autoindustrie schwächelt seit Jahren, weil die Exporte deutscher Autos – aus unterschiedlichen Gründen – stark rückläufig sind. Ganz hart getroffen hat es Porsche (über 90 % Gewinneinbruch). Aber auch das Münchner Vorzeigeunternehmen BMW schwächelt mittlerweile. So stand kürzlich in der Presse, dass BMW 8.000 Arbeitsplätze abbauen will (vorwiegend in der Region München).

Es dürfte bekannt sein, dass BMW eines seiner Forschungszentren in Eching (im Gewerbegebiet Nord) betreibt. Wenn BMW deutlich weniger Gewinn macht, wird wohl damit zu rechnen sein, dass die Gewerbesteuern, die der Konzern an die Gemeinde Eching regelmäßig zahlt, rückläufig sein werden.

Vorausschauende Finanzplanung zeichnet sich dadurch aus, dass man mit dem Worst Case rechnet. Wenn´s besser läuft als befürchtet, um so schöner. Daher ist es richtig, wenn der Bürgermeister, die Kämmerin und die Gemeinderatsmitglieder ihre Bleistifte jetzt spitzen und alle freiwilligen Gemeindeausgaben und Investitionen auf den Prüfstand stellen.

Dass sich die Genannten dadurch nicht bei allen beliebt machen, ist logisch. Man kann, langfristig betrachtet, nur das Geld ausgeben, welches man einnimmt. Zwar lassen sich finanzielle Engpässe mit Krediten überbrücken, aber irgendwann will die Bank ihr Geld wiedersehen (überlicherweise mit Zinsen).

Es reicht doch schon, dass Steigerwalds Amtsvorgänger Thaler gegenüber der Echinger Bürgerschaft Bilder gebaut hat (Stichwort: grüne und rote Legosteine) und noch an seinem letzten Arbeitstag (30.04.26) die Spendierhosen für einige, namentlich nicht genannte Echinger Vereine anzog, oder? Mir jedenfalls ist ein Bürgermeister, der den Leuten reinen Wein einschenkt, wesentlich lieber als einer, der gerne Bilder baut und den Dukatenesel mimt, um sich bei der Bevölkerung beliebt zu machen.

Unabhängig davon wird der Gemeindehaushalt vom Landratsamt Freising (Kommunalaufsicht) regelmäßig überprüft. Diese Kontrollinstanz greift dann ein, falls der Bürgermeister, die Kämmerin und der Gemeinderat Ausgaben tätigen, die nicht mehr zu rechtfertigen sind.

Merke: Spare in der Zeit, dann hast du´s in der Not.

Guido Langenstück

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