Ist es nicht viel interessanter, zu betrachten, was aus den unter schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen geborenen Investitionen mittlerweile geworden ist?
Die Musikschule belastet regelmäßig den Gemeindehaushalt durch hohe Bezuschussungen. Wie lange sich Eching das leisten kann und will, bleibt abzuwarten.
Erstaunlich auch die Entwicklung des ASZ. Bescherte es doch Eching den Ruf, führend im Umgang mit seinen Senioren zu sein, was sich in der Aera Thaler jedoch rasch relativierte. Insbesondere der Erwerb einer Immobilie von einem hochbetagten ASZ-Bewohner zu einem 40-%-igen Abschlag vom Marktpreis durch das Ehepaar Thaler ließ die Echinger Bürgerschaft aufhorchen.
Ganz zu schweigen vom Schließen der örtlichen Sozialstation im ASZ und der Abschaffung dringend benötigter Kurzzeitpflegebetten. Abgerundet wurde das durch Umwidmung des ursprünglichen Neujahrsempfangs für die Senioren in einen Neubürgerempfang.
Auch das Bürgerhaus war eine jahrelange Belastung für die Gemeinde. Nicht zu vergessen der Kauf des Huberwirts für mehrere Millionen Euro, von dem man bisher immer noch keine Vorstellung hat, wie man ihn rentabel nutzen kann. Wurde er doch aus den angesparten Rücklagen der Gemeinde finanziert.
Ganz anders bei den aktuellen Bauinvestitionen, wo Grund und Boden der Gemeinde, also Tafelsilber veräußert wurde, um die mittlerweile erschöpften Rücklagen aufzupolstern. Mit weniger Sicherheiten könnte jedoch die drohende Neuverschuldung für die Gemeinde teurer werden.
Freiwillige Leistungen zur Lebensqualität vor Ort wurden jedoch auch getätigt, beispielsweise durch Einstellung einer Klimaschutzmanagerin im Mai 2021, während die Verabschiedung eines integrierten Klimaschutzkonzepts im Ratsgremium bis zum Herbst 2022 auf sich warten ließ. Was daraus wurde, ist bisher nicht bekannt.
Auch ist nicht bekannt, wieviel Fördergelder aus Klimaschutzprogrammen die Klimaschutzmanagerin bisher für die Gemeinde eingeworben hat. Wurde da gar Geld der Echinger Steuerzahler*innen verschenkt? Wie lange wir uns das wohl leisten können?
Ingrid Brandstetter
mit einem Lesermail von Andreas Vierthaler: Lesermail zum Kommentar „Finanznotstand, mal wieder“