Wer Musikschule, Bürgerhaus, Seniorenarbeit oder Klimaschutzmanagement nur unter dem Gesichtspunkt ihrer Kosten betrachtet, offenbart letztlich ein sehr enges Verständnis kommunaler Politik. Eine Gemeinde ist kein Wirtschaftsunternehmen, dessen Erfolg sich allein am Kontostand misst. Wer so argumentiert, müsste konsequenterweise fast jede freiwillige Leistung infrage stellen.
Frau Brandstetter zeichnet das Bild einer Gemeinde, deren Investitionen vor allem Belastungen darstellen. Tatsächlich aber sind viele der kritisierten Projekte genau jene Einrichtungen, die Eching über Jahrzehnte attraktiv gemacht haben.
Es ist leicht, im Nachhinein auf einzelne Ausgaben zu zeigen. Schwieriger ist es, zu erklären, wie Eching ohne diese Angebote heute dastehen würde.
Auffällig ist zudem, dass im Lesermail Behauptungen und Andeutungen großzügig verteilt werden, belastbare Zahlen jedoch fehlen. Gerade wer anderen mangelnde Wirtschaftlichkeit vorwirft, sollte seine Kritik mit Fakten statt mit Vermutungen untermauern. Politische Debatten gewinnen nicht durch Lautstärke oder Zuspitzung, sondern durch nachprüfbare Argumente.
Die Echinger Bürgerinnen und Bürger haben Anspruch auf eine ehrliche Diskussion über die Zukunft ihrer Gemeinde. Dazu gehören finanzielle Herausforderungen ebenso wie die Frage, welche Art von Eching wir wollen: Eine Gemeinde, die nur spart, oder eine Gemeinde, die in Zukunftsthemen investiert.
Selbstverständlich muss jede Gemeinde verantwortungsvoll mit ihren Finanzen umgehen. Verschuldung darf nicht aus dem Ruder laufen, Ausgaben müssen regelmäßig hinterfragt und Fehler vergangener Jahre offen benannt und korrigiert werden. Das ist keine Frage der politischen Richtung, sondern eine Frage solider Haushaltsführung.
Zukünftig wird auch wieder mehr Eigenverantwortung und Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger gefragt sein. Eine starke Gemeinde lebt nicht allein von kommunalen Investitionen, sondern vom Engagement ihrer Menschen. Was Eching jetzt braucht, ist mehr Zusammenhalt, mehr Beteiligung und mehr gemeinsames Gestalten.
Andreas Vierthaler