Dr. Hirschmann trifft den Kern. Das Problem ist nicht die Partnerschaft mit Urubamba. Das Problem ist, dass inzwischen nahezu alles das Etikett „Klimaschutz“ bekommen kann.
Aktionswochen, Kunsträder an Fahrradständern, Kleidertausch im Rathaus, ein Fest im Theatergarten, Empfänge und eine Delegationswoche mit Fernreisen zwischen Bayern und Peru – das mag Begegnung, Kultur oder ein nettes Veranstaltungsprogramm sein.
Aber warum soll das Klimapolitik sein?
Wer den Klimaschutz zum Maßstab erhebt, muss sich irgendwann auch an seiner Wirkung messen lassen. Wo ist die konkrete CO₂-Einsparung? Wo ist das Ergebnis? Wo ist überhaupt der nachvollziehbare Zusammenhang zwischen Aufwand und Klimanutzen?
Stattdessen entsteht der Eindruck, dass ein großes moralisches Ziel vor allem dazu dient, ganz gewöhnliche kommunale Aktivitäten aufzuwerten und ihnen eine besondere Legitimation zu geben.
Und genau hier hat Dr. Hirschmann recht: Ehrenamtliches Engagement verdient Respekt. Aber gute Absichten sind weder ein demokratischer Beschluss noch ein Freifahrtschein für öffentliche Mittel.
Wer zum Schutz des Weltklimas Delegationen um den halben Globus fliegen lässt, sollte den Bürgern schon sehr genau erklären können, welchen Beitrag das Klima davon hat.
Sonst bleibt von der „Klimapartnerschaft“ vor allem eines: Symbolpolitik mit grünem Etikett.
Anton Moll junior