Mit der Klimapatenschaft verhält es sich wie mit der Tauschhütte. Die Gemeinde muss weder Raum zum Tauschen schaffen, noch ein Hobby einer handvoll Menschen fördern.
Wenn man einen Bezug zu Peru hat, kann man dies gerne privat vorantreiben, aber nicht auf Kosten der Steuerzahler. Nur weil die Kosten nicht aus dem Gemeindeetat kommen, heisst es nicht, dass sie nicht trotzdem aus Steuermitteln finanziert werden.
Und hier zeigt sich auch wieder die Doppelmoral. Flugreisen ans andere Ende der Welt werden als unkritisch gesehen, wenn sie dem „Austausch“ dienen.
Denn es gibt in Europa keine Landwirtschaft, die vor klimabedingten Herausforderungen steht und hier der Austausch deutlich einfacher und klimafreundlicher wäre.
Mir stellt sich ebenfalls die Frage, warum eine Gemeinde mit 14.000 Einwohnern einen Klimamanager benötigt und was genau dessen Aufgaben sind? Wenn es nur darum geht, Partnerschaften mit Gemeinden in Übersee ins Leben zu rufen, sollte man das Konzept gründlich überdenken.
Martina Seidl