Lesermail zum Artikel „Tauschhütte 2.0“

zum Lesermail von Anton Moll

Wunderbar, vielen Dank. Wir haben tatsächlich Übereinstimmung in einer grundsätzlichen Sache.

Ich bin über gute Absichten weit hinaus, ich tue seit Jahren viel. Im Kleinen, minimal z. B. auch in der Nachbarschaftshilfe.

Die repräsentative Demokratie, die Sie erwähnen, findet die Idee mehrheitlich auch gut. Was Sie mit dem Verweis auf einen Politiker bezwecken, der sein denkmalgeschütztes Haus renoviert und dafür den größeren Teil, 1.300.000 Euro, aus eigener Tasche bezahlt, weiß ich nicht.

Der Staat bestimmt über sein Eigentum, dass z. B. die Fassade nicht oder nur in bestimmter Art verändert werden darf (es gibt da wohl viele Abstufungen von denkmalgeschützt, wie mir Freunde mit einem entsprechenden Haus erzählt haben), und da ist es nur recht und billig, dass der Staat auch dafür bezahlt, dass er Wünsche hat.

Was mein Verweis auf rechte Narrative angeht, so tut es mir sehr leid, falls Sie sich angegriffen gefühlt haben sollten und ich bitte Sie um Entschuldigung. Diese Ergänzung war als vorbeugende Maßnahme gedacht, bevor irgendwer mir versucht, zu erklären, dass das, was ich schreibe, totaler Schwachsinn ist und es uns wegen der ganzen Ausländer hier in Deutschland so schlecht geht. Dem stelle ich mich absolut entschieden entgegen. Ich bin selber Kind einer Ausländerin, hier Zugereister (auch da wo ich aufgewachsen bin) und mit einer Ausländerin verheiratet, entsprechend kann ich solche Narrative eben nicht akzeptieren.

Wie zuvor geschrieben, es wird versucht, eine neue Lösung zu erarbeiten, weil es der Wunsch der Bürgerschaft war, dass diese Hütte aufgestellt wird und auch grundsätzlich das Geld dafür vorhanden war (Bürgerhaushalt). Wie es war, hat es nicht funktioniert und jetzt versuchen Menschen, es den Bürgern, die es sich gewünscht haben, wieder möglich zu machen. Ich bin auch dabei, etwas zu entwerfen, sobald ich so weit bin, lade ich Sie herzlich ein (wie alle anderen Echinger), sich zu beteiligen.

Und wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihnen jemand erklärt, wie Sie richtig zu leben haben, dann klingt das mehr nach Ihrem Problem als nach irgendjemandes sonst. Niemand schreibt mir vor, was ich zu tun habe, ich bekomme durch die Tauschhütte ein Angebot, was ich bei einer Wohnungsauflösung sehr gerne genutzt habe. Wenn Sie das nicht wollen, dann müssen Sie das nicht nutzen. Ihnen persönlich entstehen keine Nachteile und keine Kosten. Die Kosten wurden jetzt unterbunden, weil sich das Konzept, so wie es bisher war, nicht tragfähig war und der Bürgerwunsch beendet wurde. Ganz einfach.

Thomas Alf

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