Lesermail zum Artikel „Tauschhütte 2.0“

Ich bin der Meinung, dass das Konzept einer Tauschhütte – egal in welcher Form – nicht funktionieren wird, solange sich niemand regelmäßig darum kümmert, die abgegebenen Sachen zu kontrollieren und gegebenenfalls bestimmte Dinge abzulehnen. Dafür wird meiner Meinung nach mindestens ein Mitarbeiter benötigt.

Der einzige Weg, wie sich das zumindest teilweise finanzieren ließe, wäre meiner Meinung nach, die abgegebenen Sachen für kleines Geld zu verkaufen und damit zumindest einen Teil der Kosten für einen Mitarbeiter zu decken.

Ich habe jahrelang in Sachsen gelebt und dort gab es eine ganze Werkshalle, die mit solchen gebrauchten Sachen gefüllt war. Als Student habe ich dort einen großen Teil meiner Wohnungseinrichtung für kleines Geld gekauft. Möbel wurden teilweise ausgebessert und restauriert. Für 10 Euro konnte man beispielsweise einen tollen Beistelltisch bekommen.

So ein Konzept halte ich für wesentlich sinnvoller als eine reine Tauschhütte: Die Sachen werden nicht einfach irgendwo abgestellt, sondern geprüft, gegebenenfalls aufgearbeitet und anschließend für einen kleinen Betrag weiterverkauft. Dadurch bleibt der Kreislauf erhalten und gleichzeitig könnten zumindest teilweise die laufenden Kosten gedeckt werden.

Am besten wäre so etwas vermutlich direkt beim Wertstoffhof aufgehoben. Eventuell hätten die Mitarbeiter dort auch Interesse daran, gut erhaltene Sachen, die Menschen eigentlich entsorgen wollen, auszusortieren und für kleines Geld weiterzuverkaufen. Das könnte zumindest einen kleinen Nebenverdienst ermöglichen.

Alles, was nicht mehr brauchbar ist, könnte direkt entsorgt werden. Für größere Möbelstücke bräuchte man allerdings entsprechend viel Platz.

Andererseits sehe ich heutzutage, gerade in Zeiten von Kleinanzeigen & Co., den Sinn einer solchen Tauschhütte nicht wirklich. „Kleinanzeigen“ übernimmt diese Funktion bereits sehr gut. Eine Tauschhütte könnte letztlich eher zu einem willkommenen Anlass werden, dort all das abzustellen, für das man bei „Kleinanzeigen“ keinen Interessenten gefunden hat – und das ist vermutlich in vielen Fällen genau das, was eigentlich niemand mehr haben möchte und am Ende nur noch Müll ist.

Alexander Lifar

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