Stellungnahme zum Artikel „Adios, Klimapartnerschaft“

Klimapartnerschaft mit Urubamba – Chance vertan, Zukunft verpasst

In seiner Sitzung am 8. September hat der Gemeinderat Eching mit knapper Mehrheit beschlossen, die kommunale Klimapartnerschaft mit der peruanischen Provinz Urubamba zu beenden und auf einen Gegenbesuch zu verzichten. Damit wird eine einzigartige Möglichkeit für fachlichen Austausch, Wissensgewinn und gemeinsame Projekte im Bereich Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung leichtfertig aufgegeben.

Die Klimapartnerschaft, die im März 2026 offiziell gestartet war und an die seit 1994 bestehende Städtefreundschaft anknüpfte, hätte Eching die Chance geboten, von den Erfahrungen einer Region zu lernen, die bereits heute mit extremen Klimabedingungen konfrontiert ist.

Themen wie Wassermanagement, nachhaltige Landwirtschaft und Biodiversität sind auch für unsere Gemeinde von zentraler Bedeutung – besonders vor dem Hintergrund der wachsenden Herausforderungen durch den Klimawandel.

Es ist enttäuschend, dass diese Chance nicht genutzt wird. Die Begründung der Antragssteller hält keiner Überprüfung stand. Die beteiligten Akteure – von der Wirtschaftsförderung, dem Klimamanagement, dem Heideflächenverein, der vhs und dem Arbeitskreis Entwicklungshilfe – sehen in der Partnerschaft eine große Chance für Eching.

Die angeführte Landwirtin, die als Begründung für die Ablehnung herangezogen wurde, hat nur an einem von elf Terminen während des Delegationsbesuchs teilgenommen. Wie kann man da von einem „klaren Bild“ sprechen?

Interessanterweise war es ein Freier Wähler, der 2024 einen Antrag zur Intensivierung der Städtepartnerschaften durch mehr finanzielle Mittel gestellt hat. Nun wird eine Partnerschaft intensiviert und dann ist das auch nicht recht.

Die vhs Eching, die für ihr Engagement im Rahmen der Klimapartnerschaft für den Unesco-Preis „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ vorgeschlagen wurde, muss ihre Bewerbung nun zurückziehen. Zudem hat die „Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW)“, welche die Kosten im Rahmen der Delegationsreise zu 100 Prozent fördert, klar gemacht, dass ein Ausstieg aus dem Förderprogramm zur Folge hat, dass Eching – und damit auch die vhs und der Arbeitskreis Entwicklungshilfe – in Zukunft keine Fördermittel mehr erhalten werden.

Die Behauptung, Eching habe nicht die finanziellen Mittel für Projekte in Urubamba, ist schlicht falsch. Es geht hier um Wissensaustausch, nicht um Entwicklungshilfe. Die SKEW fördert die Umsetzung von Projekten mit bis zu 90 %. Und der angebliche hohe Arbeitsaufwand für einen Gegenbesuch wurde von der Verwaltung klar widerlegt.

Da muss man sich schon fragen, ob bei den Freien Wählern Anträge anhand der Faktenlage erstellt werden oder erst der Antragstext steht und sich im Anschluss Fakten überlegt werden.

Für uns steht fest: Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung brauchen langfristige Investitionen in Wissen, Netzwerke und internationale Zusammenarbeit. Wir werden auch künftig für eine verantwortungsvolle Politik eintreten, die nicht nur bis zum nächsten Haushalt, sondern auch mehrere Jahre in die Zukunft blickt – auch wenn CSU, Freie Wähler und FDP heute die Chance auf einen echten Mehrwert für Eching vertan haben.

Gemeinderatsfraktion der Grünen, Angelika Pflügler, Vorsitzende

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