Lesermail zum Artikel „Adios, Klimapartnerschaft“

Ist es nicht geradezu ermutigend, dass sich Michael Steigerwald der ausführlichen Diskussion mit den Mitgliedern des Gemeinderats über die Klimapartnerschaft mit Urubamba stellte, während sein Amtsvorgänger diese einfach über deren Kopf hinweg mitinitiiert hatte?

Da die an der Gemeinderatssitzung am 08.09. teilnehmenden Ratsmitglieder der CSU, Freien Wähler und der FDP in einer namentlichen Abstimmung geschlossen gegen eine Klimapartnerschaft mit Urubamba stimmten, obliegt es jetzt Herrn Steigerwald, nach dem Abbau der Hin- & Weg-Tauschhütte, eine weitere Hinterlassenschaft des ehemaligen Bürgermeisters aufzuräumen.

Da es den Protagonisten der Klimapartnerschaft nicht gelungen ist, die Mehrheit der Ratsmitglieder vom Nutzen der Klimapartnerschaft für die Echinger Bürger*innen zu überzeugen, entschieden diese aufgrund drohender Kostenrisiken für die Gemeinde, Personalknappheit in der Rathausverwaltung als auch des befürchteten Kohlendioxidabdrucks durch Langstrecken-Interkontinentalflüge zu südamerikanischen Staaten wie Peru, Brasilien etc., die Klimapartnerschaft mit Urubamba zu beenden.

Zu Zeiten leerer Fördertöpfe können die Bezuschussungen oft niedriger ausfallen wie erwartet, sodass die Gemeinde dann Folgekosten in unbekannter Höhe tragen müsste. Darüber hinaus hatten die Freien Wähler erst kürzlich die langen Bearbeitungszeiten kommunaler Pachtverträge moniert, was mit einem personellen Engpass in der Liegenschaftsverwaltung begründet wurde. Daher könnte es für die Echinger Bürgerschaft unverständlich sein, wenn unter diesen Umständen die Gemeinde auch noch personelle Ressourcen aus der Rathausverwaltung für die Pflege der Klimapartnerschaft mit Urubamba bereit stellen müsste.

Ganz zu schweigen davon, dass es Videokonferenzsysteme gibt, über welche man sich austauschen und daher auch voneinander lernen kann – und das ohne zeitaufwendige Flugreisen. Das ist besser für Klima- und Umweltschutz. Klimaschutz ist übrigens keine Verpflichtung, sondern eine Freiwilligenaufgabe der Gemeinde.

Es ist höchste Zeit, dass der Wirtschaftlichkeit bei kommunalen Ausgaben in Eching wieder ein höherer Stellenwert eingeräumt wird, als der in den letzten Jahren praktizierten „No Risk – No Fun“-Mentalität, die der Gemeinde nicht nur Ausgaben, sondern auch regelmäßige und nachhaltige Folgekosten bescherten, während der für die Echinger*innen generierte Nutzen eher zweifelhaft war.

Den Auftakt bildete der Kauf des Huberwirts, ohne sich vorher über dessen Nutzung je Gedanken gemacht zu haben, der Betrieb der Hin- & Weg-Tauschhütte und sollte wohl abgerundet werden durch eine Klimapartnerschaft mit Urubamba. In Anbetracht dieser Rahmenbedingungen ist es eine echte Herausforderung, einen ausgeglichenen und genehmigungsfähigen Gemeindehaushalt aufzustellen.

Die von Herrn Hahner aufgeführten Duftmarken möchte ich daher mit dem Prädikat „Geschmacklos“ versehen.

Ingrid Brandstetter

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