Wo Wissen endet, entstehen Meinungen
Ich wohne seit 2000 in Eching, bin u. a. Dipl.-Geol. (TUM), Mitglied beim AKE, Multiplikatorin der Klimapatenschaft mit Urubamba und aktive Teilnehmerin und Mitorganisatorin an den Aktivitäten während der Besuchswoche der Delegation aus Urubamba – ehrenamtlich.
Nach der Verhandlung des Antrags der Freien Wähler in der letzten GR-Sitzung frage ich mich, wie man ernsthaft die Kompetenzen innerhalb des Projektes anzweifeln kann, wenn man
a) absolut gar keine Zeit damit verbracht hat (oder lediglich eine bittersüße Hofführung mit Grinse-Gruppenfoto veranstaltet hat und dann in großem Stil und in herabwürdigender Weise urteilt – die anwesende Peruanerin war zu Recht schockiert und gekränkt);
b) selber nicht in der Lage ist, den Inhalt des Projektes zu erfassen (es wird kein Geld geschickt und keine Entwicklungshilfe geleistet, man hätte sich über etliche Veröffentlichungen in Eching und auf der Seite der Förderstelle umfassend informieren können und hätte dann nicht mehrfach in der Versammlung zugeben müssen, dass man gar keine Ahnung hat, was das Ganze soll);
c) sich der Tragweite der Blamage für Eching nicht bewusst wird, ein bereits begonnenes, vom Bürgermeister genehmigtes und im ersten Jahr zu 100 %, in weiteren zu 90 %, gefördertes Projekt (über die restlichen 10 % hätte Eching die volle Kontrolle gehabt, wie in der Versammlung erörtert wurde), nachträglich, nachdem man erst so getan hat, als stünde man dahinter, zu beenden. Von der vertanen Gelegenheit, eventuell einen Unesco-Preis erhalten zu können mit diesem äußerst vielversprechenden Projekt, ganz zu schweigen.
Schon im Vorfeld ist klar geworden, dass sich die entsprechende Mehrheit bereits gebildet hat, das Urteil stand fest. Jedes „Argument“ ist im Rahmen der Diskussion ausgeräumt worden – es hat nicht geholfen: Aus anscheinend persönlichen Gründen (man ist beleidigt wegen des B13-Ausbaus, man hat eine nicht passende Antwort auf eine Antragsbearbeitungszeit bekommen – ein Missverständnis, wie sich herausstellte, man stellt dar, dass der Vorstand des AKE nicht der ganze AKE sei und zitiert zwei negative Positionen (vergisst aber ganz, die anderen zu fragen, z.B. die Multiplikatoren seitens des AKE, die sich im Projekt engagiert haben).
Man versteht nicht, dass es sehr wohl angemessen ist, dass einige wenige Mitwirkende einmal nach Peru reisen, um wenigstens die Gegebenheiten vor Ort und die Menschen persönlich kennenzulernen – im Übrigen nicht von Eching aus, sondern im Rahmen einer Weiterreise von der Klimakonferenz in Rio, an der auch ein Teilnehmer aus Urubamba eingeplant war – wieder vollumfänglich gefördert.
Man möchte in Deutschland solche Projekte haben, daher fördert man die nämlich. Selbstverständlich sind alle Beteiligten der digitalen Kommunikation mächtig, was soll das?
Im Zentrum der ganzen Unsinnigkeit stand immer wieder, dass Eching keinen Nutzen hätte. Funfact: Ohne u. a. die Peruaner, welche so sehr „unter dem Niveau“ von Eching gewähnt wurden, gäbe es hier gar keine Kartoffeln… (agropa.de/deutsch/geschichte-der-kartoffel).
Andrea Schlegl mit Philipp Schlegl
mit einem Lesermail von Martina Seidl: Lesermail zum Artikel „Adios, Klimapartnerschaft“