Lesermail zum Artikel „Adios, Klimapartnerschaft“

Ich halte es für unmöglich, in welcher Form Herr Steigerwald hier öffentlich angegangen wird. Herr Steigerwald hat von seinem Vorgänger nach meinem Verständnis unter anderem eine angespannte finanzielle Situation, eine stinkende und vermüllte Tauschhütte, einen leerstehenden Huberwirt sowie die bestehende Klimapartnerschaft übernommen.

In diesem Zusammenhang stellt sich für mich die Frage, wie Herr Steigerwald mit der Delegation aus Peru hätte umgehen sollen. Es ist davon auszugehen, dass der entsprechende Termin bereits vor seinem Amtsantritt vereinbart worden war. Eine offizielle Delegation nicht zu empfangen, wäre aus meiner Sicht kaum angemessen gewesen und hätte möglicherweise sogar ein schlechtes Bild abgegeben. Herr Steigerwald hatte sicher keine Möglichkeit, in so kurzer Zeit einen umfassenden Überblick über die Thalerschen Projekte zu bekommen.

Kritisch sehe ich den Umgang mit öffentlichen Geldern. Eine rund 20-stündige Flugreise – unabhängig davon, ob das Ziel Peru oder Brasilien ist – verursacht pro Person erhebliche Kosten von mehreren tausend Euro. Hinzu kommen Hotel-, Verpflegungs- und weitere Reisekosten. Es stellt sich daher durchaus die Frage, in welchem Verhältnis diese Ausgaben zum tatsächlichen Nutzen der Reise stehen.

Besonders widersprüchlich erscheint mir dies vor dem Hintergrund, dass gleichzeitig gegenüber der Allgemeinheit regelmäßig vermittelt wird, Autofahrten und Flugreisen seien aus Klimaschutzgründen kritisch zu betrachten. Offenbar scheint dieser Maßstab bei offiziellen Delegationsreisen jedoch weniger streng angelegt zu werden. Um die bestehende Partnerschaft zu rechtfertigen, werden dann Argumente wie der Unesco-Status, der internationale Austausch oder die Kartoffel angeführt.

Meines Erachtens sollte deshalb vielmehr transparent dargelegt werden, welchen konkreten Mehrwert diese Partnerschaft für die Gemeinde bietet und in welchem Verhältnis dieser zu den entstehenden Kosten steht.

Wie wäre es beispielsweise, wenn die Initiative, die diese Themen besonders unterstützt, selbst einen Spendenaufruf starten würde? Auf diese Weise ließe sich sehr schnell feststellen, welchen Stellenwert die genannten Projekte tatsächlich haben, wenn die Finanzierung nicht überwiegend aus öffentlichen Mitteln, sondern aus freiwilligen privaten Beiträgen erfolgen müsste.

Eine solche Diskussion sollte sachlich und transparent geführt werden, anstatt einzelne Personen öffentlich für Entscheidungen verantwortlich zu machen, deren Grundlagen teilweise bereits vor ihrem Amtsantritt geschaffen worden sein dürften.

Martina Seidl

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