Lesermail zum Artikel „Weiße Wände im Foyer?“

Das KulturForum Eching hat das Kunsterlebnis in Eching in den vergangenen Jahren stets bereichert. Dafür verdienen die vielen ehrenamtlich Engagierten viel Anerkennung. Gleichzeitig sollte die Diskussion über die künftigen Kosten für Ausstellungen im Rathausfoyer sachlich und respektvoll geführt werden.

Das Rathausfoyer ist ein sehr attraktiver, von der Gemeinde unterstützter Ausstellungsort. Viele der dort gezeigten Künstlerinnen und Künstler waren dem Echinger Publikum bereits bekannt und präsentierten mit Erfolg ihre Werke auch an anderen Orten wie dem ASZ, dem Bürgerhaus, in Praxen, in Geschäften oder der VHS. Die Ausstellungen boten nicht nur kulturelle Sichtbarkeit, sondern auch Chancen zum Verkauf von Kunstwerken und zur Gewinnung neuer Interessenten.

Bei der weiteren Nutzung des Rathausfoyers als beliebtem Ausstellungsort für Kunst aus Eching sollte jedoch auch die Fairness gegenüber anderen ortsansässigen Vereinen berücksichtigt werden, die wertvolle Arbeit für das Gemeinwesen leisten und auch eigene Kosten tragen.

In Eching engagieren sich rund 80 Vereine in den Bereichen Sport, Musik, Kultur, Brauchtum und Ehrenamt. Auch andere Vereine benötigen öffentliche Räume, um die Vielfalt unserer Gemeinde sichtbar zu machen. Hier können die neu bestellten Referenten für Vereine und Sport als Bindeglied zwischen Vereinen, Verwaltung und Gemeinderat sicher helfen.

Deshalb erscheint es legitim, über einen angemessenen Eigenbeitrag der ausstellenden Künstlerinnen und Künstler sowie über Sponsoring-, interne und externe Spenden- oder Stiftungsmodelle nachzudenken, um das kulturelle Angebot langfristig zu sichern.

Kunst, Kultur und Sport behalten gerade in Zeiten ihre besondere Bedeutung, in denen eine lebendige Gemeinde nicht allein von kommunalen Investitionen, sondern vor allem vom Engagement ihrer Bürgerinnen und Bürger lebt.

Nachdem die zuständigen Ansprechpartner inzwischen aus der Urlaubszeit zurückgekehrt sind, sollte der Fokus nun auf einem konstruktiven Dialog liegen. Statt einer zunehmend emotional geführten öffentlichen Debatte bietet sich die Chance, gemeinsam eine faire und tragfähige Lösung zu finden.

Dr. Christine Samanns

Lesermail verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert