zum Lesermail von Peter Neumann
Jetzt müssen also schon Adorno, Max Weber, Klimaforscher und UN-Klimakonferenzen bemüht werden, um eine Reise Echinger Funktionsträger nach Peru zu begründen.
Dabei ist die Frage eigentlich viel einfacher: Was hat der Echinger Bürger konkret davon?
Für diese Frage braucht man weder Adorno noch Weber, sondern einen nachweisbaren Nutzen, vertretbare Kosten und bei einem kommunalen Projekt vor allem eine demokratische Entscheidung des Gemeinderats.
Besonders hübsch ist dabei der Vergleich mit UN-Klimakonferenzen. Offenbar gilt inzwischen: Wenn die richtigen Leute ins Flugzeug steigen, ist Fliegen nicht mehr Teil des Problems, sondern Teil der Lösung.
Der normale Bürger fliegt in den Urlaub und verursacht CO₂. Der Funktionsträger fliegt zur Klimakonferenz und übernimmt Verantwortung.
Vielleicht ist genau diese moralische Arbeitsteilung der Grund, warum viele Menschen bei solchen Debatten inzwischen nur noch den Kopf schütteln.
Anton Moll