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Klimapartnerschaft mit Urubamba: Wer prüft eigentlich die Partner?

Die Klimapartnerschaft zwischen Eching und Urubamba ist inzwischen Geschichte. Der Gemeinderat hat am 11. September mit 13:8 Stimmen beschlossen, die begonnene Zusammenarbeit wieder zu beenden.

Damit ist die politische Entscheidung getroffen. Eine andere Frage bleibt jedoch bestehen – und sie sollte im Interesse der Gemeinde Eching auch beantwortet werden: Wie sorgfältig wurden die politischen und persönlichen Verhältnisse unserer Partnergemeinde eigentlich geprüft, bevor Eching seinen Namen unter diese Partnerschaft setzte?

Die langjährige Verbindung zwischen Eching und Urubamba besteht bereits seit 1994. Im März 2026 wurde daraus eine Klimapartnerschaft. Im Mai unterzeichnete Bürgermeister Michael Steigerwald die entsprechende Vereinbarung. Im Juli war schließlich eine Delegation aus Urubamba in Eching zu Gast. Die Gemeinde selbst bezeichnete die drei Vertreter als Gemeinderätin María Guadalupe Romero Ochoa, Gemeinderat Mariano Tapia Yupanqui und Eiger Sánchez Motta, Leiter der Umweltverwaltung.

Und genau hier beginnt mein Unverständnis. Denn zu einzelnen Personen aus dem politischen und administrativen Umfeld Urubambas waren bereits Vorgänge mindestens seit 2025 bei den peruanischen Strafverfolgungsbehörden bekannt beziehungsweise öffentlich geworden.

So wird gegen Bürgermeister Ronald Vera Gallegos im Zusammenhang mit dem umstrittenen Verfahren um die touristische Busverbindung nach Machu Picchu über Ermittlungen beziehungsweise eine Anzeige bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft Urubamba berichtet. Auch im Zusammenhang mit der sogenannten „Hiram-Bingham“-Angelegenheit führt die peruanische Staatsanwaltschaft nach Medienberichten Ermittlungen gegen mehrere Verantwortliche.

Bei den einzelnen Personen muss allerdings sauber unterschieden werden: Eine Anzeige oder ein Ermittlungsverfahren ist keine Verurteilung. Es gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung (kennt man in Eching).

Gerade deshalb hätte ich mir von Eching eine besonders gründliche Prüfung gewünscht. Wer waren die Personen, die uns als Partner gegenübertraten? Welche Funktionen hatten sie? Welche Verfahren oder Ermittlungen waren gegen sie bekannt? Und was wusste die Echinger Verwaltung davon?

Diese Fragen richte ich ausdrücklich nicht als persönlichen Vorwurf an Bürgermeister Michael Steigerwald.
Im Gegenteil: Michael Steigerwald ist erst seit dem 1. Mai 2026 Erster Bürgermeister. Die Klimapartnerschaft war zu diesem Zeitpunkt bereits auf den Weg gebracht.

Ein Bürgermeister muss sich auf die fachliche Vorbereitung und die Informationen seiner Verwaltung verlassen können. Wenn allerdings relevante Informationen über die Personen auf der anderen Seite nicht oder nicht vollständig an ihn weitergegeben wurden, dann wäre das eine Frage, die innerhalb der Verwaltung aufgearbeitet werden muss.

Denn Eching hat in der Vergangenheit selbst erfahren müssen, wie sehr Vorgänge im Rathaus das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger und die Reputation einer Gemeinde beschädigen können.
Gerade deshalb sollte bei internationalen Partnerschaften besonders genau hingeschaut werden.

Es geht mir dabei ausdrücklich nicht darum, die Menschen in Urubamba oder die langjährige Freundschaft zwischen beiden Kommunen abzuwerten. Es geht auch nicht darum, internationale Zusammenarbeit oder Klimaschutz grundsätzlich infrage zu stellen.

Es geht um einen ganz einfachen Grundsatz: Wer seinen guten Namen mit einem Partner verbindet, sollte vorher wissen, mit wem er sich verbindet. Deshalb hätte ich mir vor der Unterzeichnung und spätestens vor dem offiziellen Empfang der Delegation in Eching eine transparente Prüfung und Information des Gemeinderats gewünscht.

Und ich hätte gerne Antworten auf folgende Fragen:

Wer hat die beteiligten Personen überprüft?
Welche Erkenntnisse lagen der Verwaltung vor?
Wann wurde Bürgermeister Steigerwald über möglicherweise relevante Ermittlungen informiert?
Warum wurde der Gemeinderat über diese Fragen offenbar nicht umfassend öffentlich informiert?

Und schließlich: Welche Lehren zieht Eching daraus für zukünftige internationale Partnerschaften?

Der Gemeinderat hat nun eine Entscheidung getroffen. Darüber kann man politisch unterschiedlicher Meinung sein. Aber unabhängig davon sollte eine Sache Konsens sein: Die Reputation der Gemeinde Eching darf nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden. Internationale Partnerschaften brauchen Vertrauen – aber Vertrauen setzt Transparenz voraus.

Torsten Wende

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