Lesermail zum Artikel „Adios, Klimapartnerschaft“

zum Lesermail von Torsten Wende

Die Forderung, bei einer internationalen Partnerschaft genauer hinzuschauen, hat uns dazu gebracht, genau das zu tun. Dabei sind wir allerdings auf Zusammenhänge gestoßen, die unseren Blick auf die Klimapartnerschaft eher zum Positiven verändert als erschüttert haben.

Richtig ist: Gegen María Guadalupe Romero Ochoa und Mariano Tapia Yupanqui wurde 2025 ermittelt. Die Strafanzeige richtete sich jedoch gegen insgesamt neun Gemeinderäte und kam von „Consettur“, dem Unternehmen, das seit rund 30 Jahren die wirtschaftlich bedeutende Busverbindung nach Machu Picchu betrieb.

Dabei ging es nicht um Bestechung, Bereicherung oder Veruntreuung. Der Vorwurf betraf vielmehr die Frage, ob in einer kommunalen Verordnung eine Stellungnahme des peruanischen Verkehrsministeriums unzutreffend beziehungsweise unvollständig wiedergegeben worden war.

Die Süddeutsche Zeitung beschreibt einen heftigen politischen und wirtschaftlichen Verteilungskampf um den Zugang zu Machu Picchu. Nach rund 30 Jahren sollte die monopolartige Konzession von „Consettur“ auslaufen.

Mehr als eine Million Besucher jährlich treffen dort auf eine ökologisch und infrastrukturell hoch belastete Region. Es geht um Verkehr, Wasser, Abfall und Overtourism – aber eben auch um sehr viel Geld. Über die Einnahmen aus Machu Picchu schreibt die SZ: „Ein enormer Betrag für das krisengeplagte Land, um dessen Verteilung immer wieder heftig gerungen wird.“

Dass nachhaltiger Tourismus und seine Umweltfolgen in Urubamba reale Herausforderungen sind, zeigt auch das am 4. Februar 2026 gestartete Projekt „Ayllu Verde“ von Unesco und der südkoreanischen Entwicklungsagentur „Koica“ zu Kreislaufwirtschaft und nachhaltigem Tourismus in Cusco und Urubamba.
Als Touristen aus Europa sind auch wir Teil dieses Problems.

Transparenz ist wichtig. Sie sollte aber nicht nur darin bestehen, auf die Existenz von Ermittlungen hinzuweisen, sondern auch deren Gegenstand und politischen wie wirtschaftlichen Hintergrund offenzulegen. Erst dann lässt sich beurteilen, welche Bedeutung sie für eine kommunale Partnerschaft überhaupt haben. Im Übrigen haben María Guadalupe Romero Ochoa und Mariano Tapia Yupanqui während ihres Besuchs über diesen Vorgang berichtet.

Herr Wende warnt davor, die Reputation der Gemeinde Eching leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Diesen Maßstab sollte man auch an die Beendigung der Klimapartnerschaft anlegen.

Welches Bild gibt Eching selbst als Partner ab, wenn eine bereits begonnene und öffentlich bekräftigte Zusammenarbeit nach wenigen Monaten wieder beendet wird? Und welche Folgen hat das für zukünftige Fördermöglichkeiten?

Nach Presseberichten hat die SKEW darauf hingewiesen, dass Echings Ausstieg Auswirkungen auf weitere Förderungen haben kann. Auch das gehört zur Transparenz, die Herr Wende zu Recht einfordert.
Verlässlichkeit und Reputation sind schließlich keine Anforderungen, die nur für die peruanische Seite gelten.

Und nun hat uns die Beantwortung all dieser Fragen zu der Erkenntnis gebracht, dass Urubamba nicht trotz seiner Probleme, sondern gerade wegen dieser Probleme ein sinnvoller Partner für eine Klimapartnerschaft gewesen wäre.

Peter Neumann, Josef Vilser, Andrea Schlegl, Julian Schlegl

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