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Klimapartnerschaft: Was hat Eching davon?

Die inzwischen geführte Diskussion über die Klimapartnerschaft mit Urubamba hat mich eher noch mehr ins Grübeln gebracht.

Denn inzwischen wird vor allem darauf hingewiesen, welche Probleme Urubamba hat: Tourismus, Müll, Wasser, Infrastruktur und die Belastungen rund um Machu Picchu. Dass es diese Probleme gibt, bestreite ich nicht.

Aber damit stellt sich für mich eine andere Frage: Was hat Eching davon?

Die SKEW, über die das Programm läuft, ordnet solche Partnerschaften selbst der „entwicklungspolitischen Partnerschaftsarbeit“ zu. Dort ist vom „wechselseitigen Wissensaustausch und der gemeinsamen Umsetzung von Projekten“ die Rede. Das ist völlig legitim. Entwicklungspolitische Zusammenarbeit kann sinnvoll sein.

Nur sollte man dann auch genau hinschauen, ob es tatsächlich ein wechselseitiger Austausch ist.

Die Gemeinde Eching selbst hat die Klimapartnerschaft damit begründet, dass sie einen „konkreten fachlichen Nutzen für beide Kommunen“ schaffen soll. Genau diesen konkreten Nutzen für Eching sehe ich bisher nicht.

Nun wird als Beispiel der nachhaltige Tourismus in Urubamba genannt. Auch das ist ein wichtiges Thema. Die Unesco und die koreanische Entwicklungsagentur „Koica“ haben 2026 sogar ein bis 2032 laufendes Projekt für Cusco und Urubamba gestartet. Es umfasst rund 20 Millionen US-Dollar und soll unter anderem die Umweltfolgen des Tourismus verringern.

Das zeigt vor allem eines: Die Probleme in Urubamba sind real und die internationale Zusammenarbeit dort ist bereits erheblich.

Aber Eching ist nun einmal keine Touristenregion rund um Machu Picchu. Wir haben hier weder diese Besucherströme noch die damit verbundenen Probleme. Deshalb erschließt sich mir nicht, welchen praktischen Nutzen Eching ausgerechnet aus diesen Erfahrungen ziehen sollte.

Und genau hier komme ich wieder zu einem Punkt, den ich für wichtig halte: Wir müssen für Klimaschutz und Klimaanpassung nicht erst bis Peru schauen.

Mit der Technischen Universität München und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf haben wir hervorragende Forschungseinrichtungen praktisch vor der Haustür. Die TUM beschäftigt sich zum Beispiel ganz konkret mit Stadtökologie und Klimaanpassung und entwickelt daraus praktische Empfehlungen für Städte und Kommunen in Bayern.

Die HSWT arbeitet ebenfalls intensiv an Themen wie Wasser, Landwirtschaft, Klimawandel und nachhaltiger Landnutzung. Und sie ist keineswegs nur regional tätig. Die Hochschule schreibt selbst von einem „globalen Netzwerk des Wissens- und Erfahrungsaustauschs“ und unterhält seit Jahren internationale Partnerschaften, unter anderem in Lateinamerika.

Das finde ich eigentlich sehr interessant: Wenn Eching für konkrete Klimaschutzfragen zusätzliches Wissen oder internationale Erfahrungen braucht, sind diese doch bereits vorhanden. Man könnte die vorhandenen wissenschaftlichen Strukturen in München und Freising nutzen und gleichzeitig auf deren internationale Kontakte und Erfahrungen zurückgreifen.

Damit wäre der Blick über den Tellerrand keineswegs verloren.

Deshalb überzeugt mich auch das Argument nicht, man könne schließlich „von jeder Region der Welt etwas lernen“. Natürlich kann man das. Die Frage ist doch, ob dafür eine eigene kommunale Partnerschaft erforderlich ist und was sie gegenüber anderen Möglichkeiten zusätzlich bringt.

Ich habe nichts gegen internationale Zusammenarbeit. Ich habe auch nichts dagegen, Urubamba bei seinen Problemen zu unterstützen. Aber das ist nicht automatisch dasselbe wie ein konkreter Nutzen für Eching.

Und genau diese beiden Dinge werden mir in der aktuellen Diskussion zu sehr vermischt.

Wenn die Klimapartnerschaft vor allem deshalb sinnvoll sein soll, weil Urubamba große Probleme rund um Tourismus, Abfall und Infrastruktur hat, dann klingt das für mich zunehmend nach kommunaler Entwicklungspolitik. Auch das kann ein legitimes Ziel sein. Dann sollte man es aber auch so benennen.

Wenn es dagegen eine Klimapartnerschaft mit „konkretem fachlichen Nutzen für beide Kommunen“ sein soll, dann würde ich gerne wissen, was Eching konkret aus Urubamba mitnehmen kann.

Machu Picchu ist eine ganz andere Ausgangslage als Eching. Und solange mir niemand nachvollziehbar erklären kann, worin der konkrete fachliche Mehrwert für unsere Gemeinde liegt, bleibe ich bei meiner Skepsis.

Ich frage schlicht: Was genau bringt diese Partnerschaft Eching, was wir nicht auch über die hier vorhandene und international vernetzte Fachkompetenz erreichen können?

Martin Binder

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