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ORTSGESCHEHEN

'Landschaftlichen Genuss' erhalten

Mit dem Münchner Erholungsflächenverein hat sich nun auch der zweite der drei Akteure am Hollerner See klar gegen alle weiteren Gedankenspiele von der Seesauna über Wassersportanlagen bis zum Caravanstellplatz positioniert, Auch eine Erschließungsstraße und Parkplätze: im Westen lehnt der Verein ab. Zuvor hatte sich schon die Stadt Unterschleißheim für eine naturnahe Gestaltung ohne Sauna und Straße ausgesprochen.
Rund ein Drittel des Sees ist am Südufer bereits als Badebereich angelegt, dazu ist ein Steilufer als ökologisches Reservat freigehalten. Ein zweites Drittel wird aktuell als gigantischer Badestrand modelliert.
Das verbleibende Teilstück am Nordwestufer war dereinst als Standort einer Thermenanlage vorgesehen, mit zusätzlicher Straßenanbindung und hunderten Parkplätzen. Weil dieses Projekt auch in abgespeckter Form mit Unterschleißheim nun wohl nicht mehr realisiert werden kann, könnte die Fläche nun auch an den kommunalen Erholungsflächenverein übergehen, der schon die komplette künftige Badenutzung am See unter seiner Obhut hat.
Dessen Geschäftsführer Jens Besenthal hat vor dem Echinger Gemeinderat nun anvisiert, dass der Verein in diesem Fall das Nordwestufer nicht mal als Strand erschließen, sondern komplett unangetastet lassen würde. "Das hat sich so wundervoll entwickelt", schwärmte Besenthal über den natürlichen Fortschritt nach dem Abzug der Kiesbagger, "es ist ein Genuss, da entlang zu spazieren". Sollte der Verein die Zuständigkeit erhalten, würde er sich "wirklich sträuben, in die schöne Landschaft einzugreifen". Der Rundweg um den See führt bereits durch das Terrain und ein WC auch an dieser Ecke sähe Besenthal noch nötig, ansonsten möchte er "herzlich wenig eingreifen".
Für den Erholungsflächenverein würde der See nach der Fertigstellung der Badeufer an der Nordost-, Ost- und Südostseite ohne weitere Zusatzmaßnahmen funktionieren. So erwartet Besenthal auch, dass die erhoffte hochwertige Gastronomie in einem am Südufer vorgesehenen Restaurant ohne weitere Attraktionen ganzjährig betrieben werden kann. "Ich bin fest überzeugt, dass sich das auch ohne zusätzliches Standbein trägt", sagte er. Zur Stütze des Ganzjahresbetriebs hatte das Rathaus die Eröffnung eines Caravanastellplatzes südöstlich des Sees erwogen.
Und auch die seit 30 Jahren stets in alle Plänen verankerte zusätzliche Straßenanbindung an die Bundesstraße B13 nach Westen wäre für den Verein entbehrlich. "Eine weitere Erschließung ist nicht erforderlich", sagte er, "und der Erholungsflächenverein wird sie sicher nicht bezahlen". Da am Nordwestufer kein Handlungsbedarf herrsche, verbaue sich das Rathaus auch keine Optionen, erläuterte Landschaftsarchitekt Uwe Fischer, der am See seit Jahren die Rekultivierungsplanung begleitet: "Die Chance, hier was anzulegen, bleibt".
Entscheidungen zu den offenen Fragen hat der Gemeinderat weiter nicht getroffen, aber nach den Positionierungen von Unterschleißheim und des Erholungsflächenvereins zeichnet sich die Richtung immer klarer ab. Mit Unterschleißheim ist Eching über einen Zweckverband in der Trägerschaft des Erholungsgebiets verbunden, das zwar ausschließlich auf Echinger Flur liegt, aber unmittelbar an der Unterschleißheimer Stadtgrenze. kbh

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