Suppenkonzepte, Salätinnen und Aristoteles

Der Bauausschuss organisiert seine Weihnachtsfeier

(Großer Saal im ASZ, Septembersitzung des Bauausschusses.)

Bürgermeister Sebastian Thaler: Kommen wir zum ersten Tagesordnungspunkt, unserer Weih… – ja bitte, Herr Bartl?

Georg Bartl (CSU): Ich muss da gleich mal einhaken. So geht’s ja nicht. Sie setzen da einfach eine Weihnachtsfeier an. Wir wussten doch gar nicht, dass heuer Weihnachten ist! Ich finde…, also wir finden, so kann man uns nicht überfahren. Da muss man sich doch vorher Gedanken machen können.

Otmar Dallinger (FW): Man muss da ganz klar sagen, man könnt schon wissen, dass Weihnachten ist, man muss es aber auch nicht wissen können.

Anette Martin (SPD): Vertag ma’s hoit!

Sie vertagen es.

(Großer Saal im ASZ, Oktobersitzung des Bauausschusses.)

Thaler: Nun zunächst zu unserer Weih… – ja bitte, Herr Bartl?

Bartl: Was Sie uns da vorgelegt haben, das finde ich.., das finden wir schon sehr bedenklich. Es geht hier los mit einer Suppe. Ja, aber was ist denn das für eine Suppe? Hat man sich da irgendwelche Gedanken gemacht, was damit verbunden ist? So eine Suppe kann Folgewirkungen haben. Ich fordere…, wir fordern hier schon mindestens eine langfristige Betrachtung, ein Suppenkonzept, sag ich mal.

Bauamtsleiter Thomas Bimesmeier: Wir hätten da so an eine Nudelsuppe gedacht…

Christoph Gürtner (FW): Schon Aristoteles wusste: Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Nudelsuppe an manchen Tagen. Ich kann schon akzeptieren, Herr Thaler, dass Sie die Weihnachtsfeier mit einer Suppe beginnen wollen…

Thaler: …mit einer Nudelsuppe…

Gürtner: Ruhe, Herr Thaler, jetzt hab ich das Wort, ja! Ich hab ihnen den Löffel ja auch nicht aus der Hand genommen. Wir Freien Wähler werden jedenfalls bei einer Nudelsuppe nicht mitgehen.

Sylvia Jung (BfE): Ich frag mich schon die ganze Zeit, warum muss das denn ausgerechnet eine Suppe sein! Es gibt doch so viele schöne und bunte Salate. Den könnte man dann auch noch garnieren, vielleicht mit Nüssen oder…

Leon Eckert (Grüne): Könnte denn sichergestellt werden, dass die Salätinnen aus kontrolliertem Anbau sind?

Stefanie Malenke (SPD): Ich finde die Ideen ganz wunderbar. Vielleicht könnten wir einen Kompromiss finden, eine Salatsuppe vielleicht?

Bartl: Ich habe…, wir haben ja nichts gegen Nudelsuppen. Aber das ist uns einfach zu unausgegoren. Was sollen denn das überhaupt für Nudeln sein?

Bimesmeier: Wir können ja mal unseren Koch einladen, dass er Ihnen die Suppe vorstellt?

Thaler: Dann vertagen wir die Debatte.

(Großer Saal im ASZ, Novembersitzung des Bauausschusses.)

Koch: Ich stell Ihnen jetzt mal vor, was wir für die Weihnachtsfeier geplant haben. Für die Nudelsuppe würde ich zunächst einen Suppenwürfel nehmen und –

Bartl: Moment mal! Sind Zwischenfragen erlaubt? Ja, danke. Suppenwürfel, ich mein, da gibt’s ja so einige. Ich hab mir da vorab mal Suppenwürfel angeschaut und ich finde…, wir finden, da sollte man schon etwas die Kirche im Dorf lassen, sag ich jetzt mal.

Koch: Also, ich hab schon einige Suppen mit Suppenwürfel gekocht…

Bartl: Das mag ja sein. Aber ich glaube nicht, dass das hier in Eching funktionieren wird.

Martin: Aiso, Herr Bartl, an Suppenwürfel braucht’s owa scho!

Eckert: Ich finde auch, dass wir bei einer Süppin nicht anfangen sollten, an der Würfelin zu sparen.

Bimesmeier: Wir machen Ihnen auch eine Suppe ohne Suppenwürfel, sie müssen’s uns nur sagen!

Jung: Warum entscheidet man sich nicht für Salat? Dann könnten wir uns viele Debatten sparen und ein Salat ließe sich so schön herrichten, mit Käseraspeln und Putenstreifen und…

Sybille Schmidtchen (SPD): …und das Geschirr mundgearbeitet und handgeblasen…

Dallinger: Dass es Suppe geben muss, ist genauso klar, wie dass es Salat auch geben könnte. Wir Freien Wähler sind daher ganz entschieden in unserer Meinung.

Gürtner: Konfuzius sagt ja, iss nicht die Suppe mit der Gabel, wenn Du einen Löffel hast. Ich mein, wir sollten jetzt wirklich weiterkommen und uns so entscheiden, dass es passt.

Bernhard Wallner (CSU): Ich hätt eine Frage zum Feuerwehrhaus Günzenhausen…

Alle: Später!

Thaler: Wir stimmen jetzt ab! Fangen wir mal mit dem Dessert an…

Bartl: So geht das aber nicht, Zum Dessert gäbe es schon noch einiges zu sagen.

Thaler: Dann stimmen wir über die Suppe ab,

Eckert: Auch über die Süppinnenwürfelinnen?

Bartl: Und welche Nudeln?

Jung: Was ist jetzt mit Salat?

Martin: Herrschaftzeiten!

Thaler: Wer jetzt dafür ist, dass es Suppe gibt… nein, dass es Nudelsuppe gibt mit oder ohne Suppenwürfel… nein, wer dafür ist, dass es Suppenwürfel mit Nudelsuppe gibt anstelle von Salat… also bitte Handzeichen. (zählt) Aha, das ist dann mit 8:5 Stimmen angenommen…

Wallner: Was jetzt?

Thaler: Dass es Suppe gibt.

Jung: Keinen Salat?

Thaler: Und jetzt zum Feuerwehrhaus…

(Großer Saal im ASZ, Dezembersitzung des Bauausschusses.)

Thaler: Zu unserer Weihnachtsfeier muss ich Ihnen leider mitteilen, dass übersehen wurde, das Lokal zu reservieren. Das ist leider im Umzugsstress untergegangen. Die Weihnachtsfeier findet also im Februar statt.

Jung: Gibt es Salat?

 

 

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