Zu dicht, zu viel Verkehr

Gegen das geplante Neubaugebiet in der Baulücke zwischen Hollerner und Anne-Frank-Straße in Verlängerung der Bernhard-Lichtenberg-Straße gibt es massive Bedenken der Anlieger. Im Bauleitplanverfahren haben Anwohner der Karl-Leisner-, der Willi-Graf-, der Bernhard-Lichtenberg- und der Frühlingsstraße über 30 Einwände gegen Baudichte und Verkehrsbelastung eingelegt.

In dem rund 10.000 Quadratmeter großen Areal, das zwei Eigentümer plus die Gemeinde gemeinsam erschließen, sollen ausschließlich Wohnblöcke entstehen, die sich zusammen auf etwa 80 neue Wohneinheiten summieren. Der Bauausschuss des Gemeinderats hat auf die Anliegerproteste einige Korrekturen vorgenommen. Vom Bauvolumen wurde allerdings nicht wesentlich abgerückt.

Die Blöcke an der Ostseite wurden lediglich etwas weiter von der Nachbarbebauung entlang der Frühlingsstraße abgesetzt. Und der höchste Haustyp im neuen Gebiet, der drei Vollgeschosse plus ein aufgesetztes sogenanntes Laternengeschoß erhalten soll, wird insofern reduziert, als der versetzte Aufsatz um fünf Meter von der Gebäudekante abgerückt werden soll und damit von unten kaum mehr wahrnehmbar sein soll.

Den Vorschlag, den Haustyp komplett auszuklammern und maximal zwei Stockwerke plus Laternengeschoß zuzulassen, wurde vom Ausschuss mit 7:5 Stimmen quer durch die Fraktionen abgelehnt. Bürgermeister Sebastian Thaler kündigte jedoch an, man werde in der weiteren Planung die Situation diesbezüglich „nochmal sehr genau ansehen“.

Die geplante Verkehrsführung wurde komplett erneuert, um weitere oberirdische öffentliche Parkplätze zu schaffen. Zuvor waren neben den Tiefgaragenplätzen, die den Wohnungen zugeordnet sind, gerade 18 frei Plätze im ganzen Quartier vorgesehen. Jetzt wurden 20 Parkplätze zusätzlich geschaffen, mit der Konsequenz, dass nun die Fahrbahnbreite auf sechs Meter verbreitert werden muss, weil diese Parlplätze senkrecht anfahrbar sind.

Das geht nicht nur zu Lasten der Vorgärten, sondern auch der Verkehrsberuhigung. Das gesamte Quartier sollte als verkehrsberuhigte Zone ausgewiesen werden, was aber bei sechs Meter Fahrbahnbreite illusorisch werden dürfte, warnte Bauamtsleiter Thomas Bimesmeier: „Da müssen wir uns was einfallen lassen, dass das keine Autobahn wird“. Im Bebauungsplan gleich den Einbau von Beruhigungsmaßnahmen vorzusehen, lehnte der Ausschuss aber mit 7:5 Stimmen ab.

Vor allem erwarten die Anlieger der umliegenden Quartiere durch die neuen Nachbarn eine weitere Anspannung der Verkehrssituation. Das amtliche Verkehrsgutachten streitet dies freilich ab. „Die Abwicklung im Viertel funktioniert“, versicherte Bimesmeier. In der nächsten Ausschusssitzung im Februar soll das vorgestellt werden.

Schwachpunkt in der Verkehrsführung ist freilich die Einmündung der Hollerner in die Hauptstraße. Dieser Knoten, über den dann auch der Verkehr dieses Neubaugebiets abgewickelt würde, wird nach den Prognosen schon mit dem zuvor zu erschließenden Neubaugebiet Eching-West zusammenbrechen. Hier soll eine Ampel Entlastung schaffen.

Über den Effekt dieser Maßnahme gab es im Ausschuss grundsätzlich unterschiedliche Ansichten. Während Georg Bartl „die nächste Verkehrsblockade“ befürchtete, verspricht sich der Bürgermeister „eine deutliche Erleichterung für die Anlieger“. Für die grundlegende Alternative, eine zusätzliche Westerschließung für den Ort, versicherte Thaler zwar seine ausdrückliche Zustimmung, stellte aber kurz- und mittelfristig keine realistische Umsetzungschance in Aussicht.

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