Lesermail zum Artikel „Gemeinsam Bienen retten“

Liebe Echinger,
eines ist schon seltsam in der Gemeinde Eching: Viele wollen die Bienen retten, aber die Gemeinde legt in ihren eigenen „Blumenbeeten“ triste Kieswiesen an. Das wäre ein Ansatzpunkt, der den Insekten zugute kommt, und noch dazu optisch sicherlich wertvoller wie diese Steinwüsten.
Stehen auf den gemeindeeigenen Grünflächen eigentlich Blühwiesen, oder werden die wie sämtliche Randstreifen an Straßen regelmäßig klein gemulcht?
Liebe Gemeinderäte, das wäre doch mal ein sinnvoller und nachhaltiger Punkt für eine der ausufernden Sitzungen!
Zum Volksbegehren, bei dem die aktuell gehypte Honigbiene vor den Karren der Bio-Landwirtschaft gespannt wird:
Viele Landwirte legen seit Jahren Blühstreifen an, oder mähen freiwillig ihre Wiesen zu späteren Zeitpunkten. Auch Zwischenfrüchte stehen als Teil der Greeningauflagen seit Jahren über den Winter und bieten sämtlichen Insekten und anderen Tieren Nahrung. Eine gesetzliche Verpflichtung zu mehr Biolandwirtschaft hat einen weiteren Preisverfall für die Erzeuger zur Folge, da der Verbraucher nicht willig ist, mehr Geld für Lebensmittel auszugeben. Der gelebte Markt ist das mächtigste Instrument, das es in unserer Wirtschaftspolitik gibt, wenn also mehr Nachfrage da wäre, würde sich das von alleine regeln.
Es sollte sich also jeder zuerst an der eigenen Nase packen und sein Konsumverhalten überdenken, anstatt den Landwirten die Verpflichtung zu übertragen.
Sprechen Sie doch mit den ortsansässigen Landwirten und lassen Sie sich mal die Sicht derer schildern, die regelmäßig auf den Feldern rund um ihren Wohnort arbeiten, eventuell bekommen Sie dann eine andere Sicht auf das Volksbegehren.
Matthias Migge, Landwirt im Nebenerwerb
P.S.: Den Honig von unseren eigenen Bienen gibt’s übrigens unter anderem im Hofladen Widhopf. Landwirtschaft und Bienen(-Freunde) können und müssen zusammenhalten!

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