Mehr Wohnraum an der Ziegelei

Die alte Ziegelei am Nordostrand von Günzenhausen wird nun baurechtlich zum Mischgebiet umgewidmet und dadurch die Verbindung von Arbeiten und Wohnen weiter fokussiert. Eine dadurch verstärkt mögliche Wohnbebauung soll freilich strikt limitiert werden. Dennoch könnte sich die Einwohnerzahl der Enklave von jetzt rund 50 Menschen bei maximaler Ausnutzung der Möglichkeiten mindestens verdoppeln.

Planungsrechtlich ist die Fläche seit der Neuordnung vor 20 Jahren ein reines Gewerbegebiet, in dem Wohnhäuser lediglich Bestandsschutz hatten. Jetzt soll ein baufälliges Wohnhaus abgerissen und durch eine Reihenhauszeile ersetzt werden, was bei der Widmung als Gewerbegebiet nicht möglich wäre.

Die bestehende Wohnnutzung wollte das Rathaus nicht behindern, anderseits den Wohncharakter der Siedlung nicht ausufern lassen, da die abgelegene Ecke für eine Wohnnutzung miserabel erschlossen sei. Im Bauleitplan soll nun festgeschrieben werden, pro Grundstück maximal zwei Wohneinheiten errichten zu dürfen.

Für die Grünen geht das in die falsche Richtung. „Wir öffnen die Tür einen Spalt für einen neuen Ortsteil“, mahnte Leon Eckert im Planungsausschuss des Gemeinderats. Damit treibe man „die Zersiedlung stark voran“, rügte er, „das ist eine sehr ungünstige Gemeindeentwicklung“.

Oliver Schlenker (FW) hielt dagegen, dass eine Kombination von Wohnen und Arbeit ein Angebot sei, das die schlechte Erschließung des Gebiets dadurch wettmache, dass es weniger Verkehr produziere. Insofern entstehe mit der Änderung „ein sehr abgerundetes Gebiet“.

Auch Thomas Bimesmeier, der Leiter des Gemeindebauamts, sprach von „einem ganz guten Kompromiss“. Er glaube, „dass wir so die Entwicklung schon in den Griff bekommen“. Im Zuge der Neuplanung will die Gemeinde auch den Schwarzbergweg ausbauen und von hier eine Querverbindung zur alten Ziegelei als Fuß- und Radweg anlegen.

Formal strittig waren zuletzt noch die Eigentumsverhältnisse für die Erschließungsstraßen. Hier scheint nun eine Lösung gefunden, in dem alle Wege Eigentümerwege bleiben, aber öffentlich gewidmet werden. Gegen die Stimme der Grünen entschied der Ausschuss einmütig, die nötigen Leitpläne auf den Weg zu bringen.

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