Gemeinde betreut Ganztagesklassen

Eine neue Organisation bekommen die Ganztagesklassen an der Grund- und Mittelschule. Bei den betroffenen Eltern haben diese Vorgänge hinter den Kulissen einige Verstörung ausgelöst. Am Angebot werde sich aber nichts ändern, versichern Rathaus und Schule unisono. „Alles ist auf dem besten Weg“, sagte Rektor Gerhard Röck auf Anfrage.

Am Montag hatte Bürgermeister Sebastian Thaler den Elternbeirat der Grund- und Mittelschule ins Rathaus geladen, um die Situation darzustellen. Von einer Gefahr für den Ganztagesbetrieb könne keine Rede sein, versicherte er: „Wir kriegen das hin.“

Die Schule erhält für die Ausweitung des Lehrbetriebs auf eine Ganztagesklasse zwölf zusätzliche Lehrerstunden je Klasse. Damit kann aber der Bedarf nicht gedeckt werden. Weitere Stunden leisten daher externe Kräfte, etwa Lehrer im Ruhestand, Lehramtsstudenten oder Fachkräfte, etwa für sportliche, musische oder bildnerische Angebote.

In Eching hat dies seit dem Start der Ganztagesschule die Vhs im Auftrag der Gemeinde mit Honorarkräften organisiert. Dieses Modell akzeptiert nun die Bezirksregierung als Schulaufsicht nach 12 Jahren nicht mehr. Auftraggeber müsse künftig die Gemeinde sein und zudem dürften nur noch festangestellte Kräfte beschäftigt werden.

„Es interessiert niemanden, dass es seit 12 Jahren super läuft“, klagte der Bürgermeister, „das sind Änderungen, die ich nicht nachvollziehen kann“. Teilweise legten die bisherigen Honorarkräfte überhaupt keinen Wert auf feste Arbeitsverhältnisse, schilderte er, sie müssten das Projekt nun verlassen.

Damit müssten neben der Neustrukturierung auch neue Mitarbeiter für den Ganztagesbetrieb gesucht werden. Dies sei gerade „durchaus im Laufen“, sagte der Bürgermeister, er sei „guter Dinge“. Für den Ganztagesbetrieb werde sich jedenfalls „am Angebot oder an der Qualität nichts ändern“, verspricht er.

Rektor Röck kann der Neuerung auch durchaus Positives abgewinnen. „Die Zuständigkeiten werden klarer“, erwartet er. Die Schule hoffe jetzt aber darauf, dass die neue Verträge auch wirklich bald vorlägen, damit der Unterricht 2019/20 konkret geplant werden könne.

Im kommenden Schuljahr wird die Grund- und Mittelschule Ganztagesklassen ganz sicher in den Jahrgangsstufen eins bis fünf und in der neunten Klasse anbieten. In der sechsten Klasse ist die Schülerzahl gerade auf der Kippe. Wenn kein Schüler mehr ausscheidet, kommt auch hier Ganztagesbetrieb zustande.

Für dieses Angebot würden 64 zusätzliche Stunden außerschulischer Lehrkräfte benötigt, schildert Röck. 36 seien, vorbehaltlich der Unterzeichnung des erwarteten neuen Vertragswerks, bereits gesichert. Weiteres Personal zu den neuen Bedingungen zu finden, sei „durchaus eine Herausforderung“ gewesen, schildert Vhs-Leiterin Doris Fähr, die jetzt im Auftrag der Gemeinde die Organisation macht.

Man sei jetzt aber „mit bestens qualifizierten Personen sehr gut ausgestattet“, so dass „auch im kommenden Schuljahr die Ganztagsschule in gewohnter Qualität durchgeführt werden kann“.

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