Habeck, Goaßlschnalzer und ein Mail aus Eching

Ein Mail aus Eching hat entscheidend an einer bizarren Lokalposse in Peißenberg mitgedreht. Dort ist es im Vorfeld eines Auftritts von Robert Habeck, dem Bundesvorsitzenden der Grünen, zu einem „Kulturkampf“ gekommen.

Habeck soll bei einem Festakt zum 100. Jahrestag der Markterhebung Peißenbergs auftreten. Die Bayernpartei hatte im Kreistag beantragt, ihm das zu untersagen, weil sich der Bundespolitiker „wiederholt bayernfeindlich“ geäußert habe.

Nachdem der Vorstoss erwartungsgemäß gescheitert war, organisierte die Kreisvorsitzende der Bayernpartei, Regina Schropp, eine „Gegenveranstaltung“ unter dem Titel „Weiß-blau statt grün“. Zu dieser Aktion, zu der auch der Kreisverband der AfD seine Teilnahme zugesagt hat, wollte Schropp auch die Peitinger Goaßlschnalzer einladen, „damit wir den Grünen mal zeigen, was Tradition und Brauchtum ist“.

In dieser Posse nun hat sich der Echinger Guido Langenstück aus dem Grünen Ortsverband bemüßigt gefühlt, sich mit einem Mail an die örtliche Lokalzeitung zu wenden. Darin soll er den Goaßlschnalzern aufgezeigt haben, dass er ihren Auftritt für eine „Aktion zugunsten einer politischen Partei“ halte, was nach seiner Lesart den Verlust der Gemeinnützigkeit des Vereins zur Folge haben könne. Er wolle den Auftritt dokumentieren und dann Anzeige beim Finanzamt stellen, kündigte Langenstück an.

Die Bayernpartei will nun gegen Langenstück vorgehen. Sein Mail fasse sie als „Nötigung“ auf, sagte Schropp laut der Zeitung. Die Goaßlschnalzer haben auf das Mail hin jedenfalls ihre Teilnahme an „Weiß-blau statt grün“ abgesagt. Man habe keinesfalls in einer politischen Auseinandersetzung Partei ergreifen wollen, hieß es aus dem Verein, „uns ging es nur um das Brauchtum“.

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