100 Jahre Friedensauftrag

Mit einem großen Festwochenende hat der Krieger- und Soldatenverein Günzenhausen sein 100jähriges Bestehen gefeiert. Der Verein war am 27. April 1919 gegründet worden, als die überlebenden Teilnehmer am „großen Krieg“ heimgekehrt waren. „Für den Günzenhausener Krieger- und Soldatenverein steht an erster Stelle die Verpflichtung, einen Beitrag zu leisten, um eine Wiederholung von Kriegen in jeder Form zu vermeiden“, schreibt der Vorsitzende Dieter Migge in der Festschrift zum Jubiläum, „dies ist ein klarer Friedensauftrag“.

Am 25. Oktober 1919 wurde die Vereinsfahne geweiht, am 24. Oktober 1920 erfolgte die Enthüllung des ersten Kriegerdenkmals aus Naturstein. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Verein zunächst als „Heimkehrerverein“ weiter geführt. 1952 kehrte man zum ursprünglichen Vereinsnamen Krieger- und Soldatenverein zurück.

In seiner Reflexion zum Jubiläum spricht sich Vorsitzender Migge klar für diese heute oft umstrittene Bezeichnung aus: „Der Verein ist eine Institution ohne Heldenverehrung, aber mit Gedenken an die toten Soldaten und an die zivilen Opfer der Kriege.“ Dieser Bezug solle auch im Namen sichtbar bleiben.

1953 wurde das Kriegerdenkmal renoviert und nun die Opfer beider Kriege auf einer schwarzen Tafel gewürdigt, die nun die ganze Front des Denkmals einnahm. Nach der Eingemeindung nach Eching wurde das Denkmal 1982 grundlegend saniert und ist jeder wieder in hellgrauem Stein. Die Vereinsfahne wurde mittlerweile mehrmals restauriert, zuletzt 1994, wo die erneute Segnung dann beim 75. Gründungsfest gefeiert wurde.

Ein prägendes Gesicht des Vereins ist Martin Lachner, der von 1952 bis 2005 als Kassier dem Vorstand angehört hatte. Von 1948 an bis weit über seinen 90. Geburtstag hinaus pflegte er mit seiner Familie das Kriegerdenkmal. Jährlich führte er die Haussammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge durch.

Zur Jubiläumsfeier gab es am Freitag eine Schlagerparty, die der Burschenverein ausrichtete, am Samstag einen „Bayerischen Abend“ mit den Kohlstatt-Musikanten und „Erdäpfelkraut“ im Festzelt und am Sonntag ein Standkonzert, Festzug, Festgottesdienst und abschließendes Mittagessen.

Landrat Josef Hauner, Bürgermeister Sebastian Thaler und Vorsitzender Migge ehrten dabei für 50 Jahre Mitgliedschaft Leonhard Modlmeir und für 40 Jahre Josef Hepting, Martin Lachner jun., Josef Meir und Rudolf Tomitzi.

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