Feuerwehr lehnt Feuerwehrhaus ab

640 Quadratmeter Fläche und 2,2 Millionen Euro Baukosten waren vorgegeben gewesen: Jetzt kristallisiert sich für das neue Günzenhausener Feuerwehrhaus ein Plan heraus, der etwa 550 Quadratmeter hätte und 3,6 Millionen Euro kosten würde.

Gar nicht einverstanden damit: die Feuerwehr selbst. „Damit kann man nicht klarkommen“, schimpfte Bernhard Wallner, Gemeinderat und Vorsitzender des Feuerwehrvereins, im Bauausschuss des Gemeinderats. Das Gremium lehnte eine diesbezügliche Korrektur aber ab.

Die Planung steckt in der Zwickmühle, weil der Gemeinderat erst eine Kostendeckelung vorgegeben hatte und im späteren Verlauf ein Raumprogramm, von dem bereits erwartbar war, dass es im Kostenrahmen nicht umsetzbar sein werde. In mehreren internen Besprechungen hat man nun Bau- und Kostenvolumen so weit angenähert, dass Bürgermeister Sebastian Thaler es erstmals ztur Diskussion stellte.

Weil dabei zunächst die Kosten in Frage gestellt wurden, sagte Wallner: „Wenn man noch kleiner baut, braucht man überhaupt kein Feuerwehrhaus mehr.“ Auch diese Lösung sei für die Feuerwehr schon untragbar. Er beklagte eine Reduktion des Bauteils ohne Fahrzeughalle auf 323 Quadratmeter Fläche, was 90 Quadratmeter Abzug vom beschlossenen Raumprogramm sei. Allerdings war das Gebäude in der vorgestellten Raumskizze noch gar nicht exakt bemaßt, so dass die Architekten die Differenz nicht diskutieren wollten.

Leon Eckert sagte, eine Kritik der Feuerwehr könne und müsse berücksichtigt werden, wenn sich Details der Planung als störend oder falsch erwiesen. Eine pauschale Forderung nach Quadratmeterzahlen empfinde er hingegen nicht als Argument.

Thaler verwies darauf, dass die Feuerwehr bei diversen Plandiskussionen im Vorfeld dabei gewesen wäre. Eine „Rolle rückwärts“, also doch wieder höhere Kosten zu verplanen, sei nun „nicht zielführend“. Wallner hielt dagegen, dass die Feuerwehr in den internen Besprechungen nur der grundsätzlichen Planvariante zugestimmt habe. Die Details mit der Flächenreduktion seien im Ausschuss erstmals erkennbar geworden.

Einstimmig verständigte sich der Ausschuss darauf, die Entscheidung in die Gemeinderatssitzung am 23. Juli zu vertagen. Bis dahin soll die Raumplanung detailliert und mit den beschlossenen Anforderungen im Raumprogramm abgeglichen werden. Die explizite Forderung Wallners, auch noch eine Planvariante mit exakt 640 Quadratmetern Fläche laut Beschluss zu erstellen, wurde mit 10:3 Stimmen abgelehnt. Auch ein öffentlicher Veranstaltungsraum soll dann entschieden werden.

Das Feuerwehrhaus soll in Nord-Süd-Ausrichtung an den Lichtweg Richtung Staatsstraße gesetzt werden. Die Zufahrt soll an der Westseite erfolgen, die Ausfahrt der Feuerwehrautos nach Osten. Das Gebäude ist in etwa mittig, nach der Fahrzeughalle mit drei Stellplätzen, leicht versetzt.

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