Lesermail zum Artikel „CSU boxt Architekten-Suche durch“

Echinger Entscheidungen

An vielen Orten werden Entscheidungen gegen die Meinung anderer Gruppierungen getroffen. Das ist legitim.
Was allerdings die CSU und die mit der CSU offenbar in unheiliger Allianz verbundenen Freien Wähler sich derzeit leisten, grenzt an, ja was? Da diskutiert man im Gemeinderat über Kosten des in Günzenhausen zu erbauenden Feuerwehrhauses. Befindet, dass 3,7 Mio zu teuer seien, und der Fraktionssprecher der CSU, Georg Bartl, stellt kurzerhand den Antrag, doch das Architekturbüro zu entlassen, weil zu teuer.
Der BGM listet dann vier verschiedene Beschlüsse zur Abstimmung auf und jenen der CSU gleich an erster Stelle. Und was passiert? Beide Fraktionen, CSU und Freie Wähler, heben die Hände, wissend, dass sie über eine Stimme Mehrheit im Echinger Gemeinderat verfügen. Und so kommt es, dass Zuhörer, Bürgermeister und alle Mitglieder anderer Fraktionen derartig desavouiert sind, dass ihnen die Sprache wegbleibt.
Nebenbei bemerkt, hat der „Sparfuchs“ genannte Fraktionssprecher der CSU der Gemeinde bereits aufgelaufene Architekturbürokosten von ca. 75.000.- € aufgehalst. Das nennt sich dann „Sparen“!
Für den Unbeteiligten: Die Feuerwehr Günzenhausen wünscht (!) sich ein neues Feuerwehrhaus. Grundsätzlich nicht falsch, doch zeigt sich an den Forderungen der Verantwortlichen dort eine Überdosis an Selbstbewusstsein, die an Hybris grenzt. Man könnte meinen, CSU, Kirche und Feuerwehr regieren alleine in Bayern. Vergaberechtliche Bedenken des Bürgermeisters werden mit einer Handbewegung weggewischt.
Und nun wird ein neuer Architekt gesucht. Am besten einer, der in Eching wohnt: »Honi soit qui mal y pense«, ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Solche Verhaltensweisen bereits in der Kommunalpolitik zu erleben, lässt die Politikverdrossenheit in Bayern und im ganzen Land nur wachsen.

Gert Fiedler

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