Lesermail zum Artikel „Gegen die ‚Tretminen‘ des Hundebäh“

Gut Ding will Weile haben. Für die guten Dinge im kommunalen Bereich, die positive Effekte für die Gemeinde erzielen würden, gilt das bisweilen ebenso. Dabei müssen derartige Sachen nicht an den Kosten scheitern, sie sind oft marginal. Schließlich haben wir uns in Eching an Investitionen ganz anderer Größenordnung gewöhnt, dessen Sinn für manchen Bürger Diskussionsstoff liefert.

Es war im Jahre 2012, als ein Vorschlag an den damaligen Bürgermeister herangetragen wurde, etwas mehr für die Reinhaltung der öffentlichen Wege und Grünflächen zu tun. Bürger mokierten sich damals, dass Eching zwischenzeitlich die (scusi) verschissendste (Originalton) Gemeinde im weiten Umkreis ist.

Mutige und pflichtbewusste Bürger griffen dieses Thema auf und wollten die mangelnde Sauberkeit wenigstens auf das Niveau unserer Nachbargemeinden heben. Hauptgrund waren die vielen Hundehaufen, die manchen Passanten als „Tretminen“ zum Verhängnis wurden.

Der Lösungsvorschlag: Die Installation von Spenderboxen für Kotbeutel und deren Entsorgung, wie sie anderswo längst gute Dienste leisten. Wer die damalige Behandlung des Themas im Gemeinderat mitverfolgte, traute seinen Ohren nicht: Der Antrag wurde abgeschmettert. „Was in anderen Gemeinden gut funktioniert, das muss in Eching noch lange nicht funktionieren“.

Die Verbesserungwilligen gaben aber nicht auf. Sie nahmen Kontakt mit den Fachleuten umliegender Gemeinden auf und informierten sich über ihre Erfahrungen mit derlei Einrichtungen. So manches verständnislose Kopfschütteln über die ablehnende Haltung der Echinger Verantwortlichen wurde dabei geerntet.

Es wurde ein (für manchen Rat lästiger) 2. Antrag gestellt und mit vielen Unterschriften und Listen (insg. knapp 1000 Unterschriften) untermauert. Ein Ortsplan, in dem die möglichen Standorte dieser Stationen vorgeschlagen und verzeichnet waren, lag dem Antrag bei. Bei der behandelnden Gemeinderatssitzung überstimmte der betonierte Neinsagerblock im Rat zum zweiten Male den ausdrücklichen Bürgerwillen und lehnte erneut ab. Damalige Kernaussage: „Des bringt nix!“

Der damalige Vorsitzende beschwor sogar seinen Rat, er müsse 2 weitere Arbeiter im Bauhof einstellen, wenn derartige Einrichtungen in Eching Einzug halten. In Anbetracht der heutigen, oft fraglich anmutenden Investitionssummen erscheinen die damals veranschlagten Kosten für die Beutelspender als „homöopathische Größe“.

Nun ist die Zeit reif, es sind 7 Jahre vergangen, es sitzen neue Räte im Rat und es regiert ein neuer und aufgeschlossener Bürgermeister im Rathaus. Dieser ist kein notorischer Neinsager und hat gegen manche Hürden das neue Instrument des „Bürgerhaushaltes“ eingeführt. Natürlich stand das Thema „Sauberkeit“ wieder auf dessen Agenda. Dieser Vorschlag fand beim Bürger erneut breite Zustimmung, wurde mit vielen Punkten bedacht und damit angenommen.

Zwischenzeitlich wurden die ersten Stationen aufgestellt und genutzt. Es ist festzuhalten, dass die eigentlich hoheitliche Aufgabe der Kommune, für Sauberkeit zu sorgen, vom Rat mehrmals abschlägig entschieden wurde und der dahinter stehende Bürgerwille nur durch die Einführung eines Sonderhaushaltes umgesetzt werden konnte.

Nun noch ein Wort zu den Hundehaltern und Zamperlgassigehern: Es war ein langer Kampf! Nehmt nun diese sinnvolle Einrichtung an! Es sollten künftig keine „Tretminen“ mehr in der Gemeinde auffallen. Sollte dennoch ein verursachender Zeitgenosse gedankenlos dieses vergessen, könnten eventuelle Beobachter schon mal einen sanften Hinweis auf seine Pflichten los werden. Eching muss sauberer werden!

Günter Salomon

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