Spülmobil, „Defis“ und eine Boulderwand

Bei der zweiten Ausgabe hat der Bürgerhaushalt eine echte Auswahl bereitet. Hatte sich der Bürgerhaushalt bei der Premiere 2018 noch von selbst aufgestellt, weil alle eingereichten Vorschläge mit dem Budget von 50.000 Euro bedient werden konnten – oder jedenfalls angenommen und dann aus einem anderen Topf finanziert wurden -, so musste heuer unter 32 Vorschlägen ausgesucht werden.

Der Gemeinderat hat sich dabei im Wesentlichen wieder an den Voten aus den Bürgerversammlungen orientiert plus zwei eigene Schwerpunkte gesetzt. Diverse Vorschläge waren gleich auf dem Verwaltungsweg erledigt worden, ohne die Mittel für den Bürgerhaushalt anzuzapfen; etwa die von Bernhard Wallner und Johann Hechenberger angeregte Planung für Stockbahnen in Günzenhausen, eine von Jutta Glotz gewünschte Gehwegbeleuchtung zwischen Bahnhof- und Daitenhausener Straße oder die von Cornelia Schott vorgeschlagene Umkleidekabine am Echinger See.

Die meisten Voten in den Bürgerversammlungen erhielt der Vorschlag von Andrea Kleegrewe, auf zentralen Straßen im Ort Radwegmarkierungen anzubringen. Auch den hat der Gemeinderat aber aus dem Bürgerhaushalt ausgeklammert. Wenn gerade eine Verkehrsraumanalyse am Laufen sei, könne es eventuell kontraproduktiv sein, Einzelmaßnahmen isoliert vorzuziehen, argumentierte Fahrradbeauftragter Leon Eckert.

Umgesetzt werden sollen die beiden nächstplatzierten Vorschläge, ein Spülmobil für Vereinsveranstaltungen, das Markus Scheuch für die „Echinger Fachbetriebe“ angeregt hatte, und mehr Defibrillatoren im öffentlichen Raum auf Initiative von Johannes Waim. Bei beiden Maßnahmen muss allerdings noch der exakte Auftrag festgelegt werden. Beim Spülmobil etwa gab es massive Bedenken im Rat, dass dieser Service viel Verwaltungsaufwand und Ärger nach sich ziehen könne.

Bei den „Defis“, Geräte zur medizinischen Notfallhilfe bei Herz- und Kreislaufattacken, soll noch der Bedarf abgeschätzt werden. Außerdem muss sich das Rathaus entscheiden, ob einzelne Geräte für rund 2500 Euro angeschafft werden oder komplette Notrufsäulen für einen Aufwand von rund 15.000 Euro je Stück. Bürgerwunsch Nummer vier, eine von Jutta Boxheimer angeregte Pflasterung des Wegs zum Bischof-Anno-Platz in Dietersheim, wird aus dem Bürgerhaushalt ausgeklammert und ans Gemeindebauamt zur Berücksichtigung im laufenden Wegeunterhalt verwiesen.

Eckert und Simon Schindlmayr forderten, unabhängig von der in den Bürgerversammlungen gewählten Reihung auf jeden Fall Anregungen des Jugendrates umzusetzen. So soll jetzt aus dem Wunschzettel des kommunalen Jugendgremiums eine Boulderanlage im Freizeitgelände umgesetzt werden und die Erneuerung des Stegs auf der Ostseite des Echinger Sees.

Bernhard Wallner empfahl noch, die Anregung von Cordula Brand und Brigitte Kurz zu berücksichtigen, an den Friedhöfen Schubkarren zur Verfügung zu stellen. Der Vorschlag, obwohl nur auf Platz 16 gewählt, sei notwendig und mit minimalem Aufwand umzusetzen. Diesen Umgang mit dem Bürgerhaushalt 2019 beschloss der Gemeinderat dann einstimmig.

2 Lesermails

  1. Hallo,

    was ist eigentlich aus den Gewinnern des Bürgerhaushaltes 2018 geworden? Was ist mit der Wasserrutsche? Still und heimlich begraben wegen dem schwierigen rechtlichen Umfeld?
    Vielleicht als Trostpflaster neuen Sand am See und „Umkleideschnecken“?

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