Lesermail zum Artikel „Bodenpreise im Irrealis“

„30 Prozent Abschlag auf 1500 oder 1650 Euro sei dann freilich nur noch für Bestverdiener erschwinglich.“

Wie will Herr Thaler das realisieren? Schließlich sind Bestverdiener vom Wohnbaumodell kategorisch ausgeschlossen?

Hans Kurt

Ein Lesermail

  1. Sehr geehrter Herr Kurt,

    dieses Dilemma ist mir (aus eigener Erfahrung) und dem Gemeinderat bekannt. An der Böhmerwaldstraße wurden die Grundstücke im Sommer 2019 zu 714,- EUR vergeben. Dies entsprach einem 30-%igen Abschlag auf den damals gültigen Bodenrichtwert.
    Da dieser Wert mittlerweile auf 1.500 EUR geklettert ist, stellt sich die Frage, ob man mit einem 30-%igen Abschlag noch die nach dem Wohnbaulandmodell berechtigten Bewerber bedienen kann. Für die Grundstücksvergaben in Eching-West und Dietersheim werden wir uns im Gemeinderat noch mit den Abschlägen befassen. In Dietersheim gibt es eine gemeindliche Bauparzelle mit ca. 500 qm – ich bin gespannt, welcher nach den Kriterien berechtigte Bewerber sich diese am Ende leisten kann. Wir müssen künftig die Bauparzellen kleiner schneiden und sparsamer mit Grund und Boden umgehen – der Umwelt zuliebe und schon allein aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten.

    Wichtig ist, dass wir nicht nur Bauland vergeben, sondern auch ein „Einheimischenmodell“ für Wohnungen erstellen, nach dessen Kriterien dann die Eigentumswohnungen vergeben werden, die an der Böhmerwaldstraße geplant sind.

    Es ist nämlich Auftrag der Gemeinde, für möglichst breite Schichten Wohnraum (Eigentum und Miete) zu schaffen. Dafür müssen wir angesichts der drastisch gestiegenen Bodenpreise in künftigen Bebauungsplänen kleinere Bauparzellen vorsehen und auch in die Höhe gehen, d.h. auch Stadthäuser oder eben Wohnungsbau anbieten.

    VIele Grüße,
    Sebastian Thaler

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