‚Charaktertest für unsere Gesellschaft‘

Erklärung von Bürgermeister Sebastian Thaler zum Umgang der Gemeinde mit der aktuellen „Corona“-Situation:

Ab Samstag, 0 Uhr, wird eine bayernweite Ausgangsbeschränkung gelten. Auch wenn dies eine sehr weitreichende, das individuelle Leben einschränkende Maßnahme in einer Demokratie ist, so halte ich sie in der aktuellen Situation für angebracht.

Sie dient letztlich dem Schutz aller und es ist auch Ausdruck von Solidarität, diese Maßnahme zum Schutz alter und vorerkrankter Menschen zu akzeptieren. Schließlich zeichnet sich bereits jetzt ab, dass bei der aktuellen Ausbreitungsgeschwindigkeit die Intensivstationen unserer Krankenhäuser in den nächsten Wochen an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen könnten. Daher muss nun alles Menschenmögliche unternommen werden, um die rasante Ausbreitungsgeschwindigkeit des Corona-Virus deutlich zu verlangsamen.

Auch wenn wir als Gemeinde von dieser Anordnung auch erst in der öffentlichen Pressemitteilung des Ministerpräsidenten erfahren haben, hatten wir uns in den letzten Tagen bereits auf dieses Szenario vorbereitet. Für alle Mitarbeiter der Rathausverwaltung wurden die technischen Voraussetzungen zur Heimarbeit, sogenanntes Home-Office, geschaffen. Somit hat jeder Mitarbeiter Zugang zu seinen dienstlichen E-Mails von zu Hause, Telefonnummern können weitergeleitet werden. Einige Kolleginnen und Kollegen, die ihre Kinder zuhause betreuen müssen, haben diese Möglichkeit bereits in den letzten Tagen gerne genutzt.

Ein Krisenstab des Echinger Rathauses wird auch übers Wochenende in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt stehen, um weitere Gefährdungen für die Bevölkerung und die Belegschaft zu vermeiden.

Unter der Rufnummer 08161/600-601 ist ein Bürgertelefon eingerichtet, das täglich von 10 bis 15 Uhr erreichbar ist.

Nicht zuletzt aufgrund der für den 29.03. anstehenden Stichwahl muss im Rathaus weiter gearbeitet werden. Da diese nun ausschließlich als Briefwahl durchgeführt wird, müssen wir insgesamt 10.800 Wahlscheine versenden. Da wir erst am Freitag die Briefumschläge von der Druckerei erhalten haben, werden die Kolleginnen und Kollegen im Rathaus auch am Samstag arbeiten. Auch unsere Erzieherinnen und Erzieher helfen bereits tatkräftig mit beim Kuvertieren der Wahlunterlagen. Für dieses Teamwork und diese selbstverständliche Bereitschaft möchte ich mich herzlich bei allen bedanken.

Um die Verbreitung des Corona-Virus nicht noch weiter zu befeuern, haben wir uns bereits am Donnerstag dazu entschieden, allen Wahlhelfern für die Stichwahl am 29.03. abzusagen. Wir werden von geplanten 25 Briefwahllokalen auf nur acht Wahllokale reduzieren. Diese werden sich allesamt im Rathaus befinden und es wird ausschließlich von Mitarbeitern der Gemeinde ausgezählt. In keinem Raum werden sich mehr als fünf Personen zur gleichen Zeit befinden.

Ob es unter den gegebenen Umständen noch zu rechtfertigen ist, eine Wahl durchzuführen, ist fraglich. Wir als Gemeinde treffen durch die vorgenannten Maßnahmen die größtmöglichen Sicherheitsvorkehrungen.

Die Rathausverwaltung wird weiterhin zu den gewohnten Öffnungszeiten telefonisch und per E-Mail erreichbar sein. Für den Parteiverkehr müssen wir das Rathaus mindestens bis zur Aufhebung der Ausgangsbeschränkung schließen. Wir bitten hier um Ihr Verständnis.

In dieser für uns alle ungewohnten Situation ist es wichtig, Solidarität zu zeigen. Wir haben die Verantwortung, unsere Mitmenschen mit Vorerkrankungen und Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören, zu schützen und nicht unnötig zu gefährden.

Ich bitte Sie, denken Sie auch an Ihre Nachbarn im fortgeschrittenen Alter, indem Sie beispielsweise für diese mit einkaufen. Schließlich sind viele Senioren auf sich allein gestellt, haben kein Auto mehr und sind nicht mehr so mobil.

Alle Bürgermeister der Nordallianz-Gemeinden rufen die Bevölkerung gemeinsam zur Solidarität auf. Wir haben daher über unsere Geschäftsstelle eine Corona-Hilfe-Hotline eingerichtet, um Hilfsangebote zu vermitteln. Sowohl hilfsbedürftige als auch hilfswillige Personen können sich bei Frau Anna-Laura Liebenstund melden – sie bringt dann Hilfegesuch und Hilfsangebot zusammen: 089 / 262 03 30 10 – täglich von 10 bis 15 Uhr – auch am Wochenende.

Die Nordallianz bietet zudem eine Beratung zu Hilfsangeboten für Unternehmer.

Die aktuelle Situation ist auch ein Charaktertest für unsere Gesellschaft. Wir können jetzt als Gemeinde beweisen, dass wir Gemeinschaft leben und füreinander da sind. Jeder einzelne ist dazu aufgerufen. Gemeinsam werden wir die nächsten Wochen meistern, wenn wir alle zusammenhalten.

Lassen Sie uns in dieser für uns alle ungewohnten Situation zusammenstehen und zeigen, dass wir mehr sind als eine Gemeinde, sondern vielmehr eine richtige Gemeinschaft!

Ich danke Ihnen für Ihr Verständnis und Ihre Mithilfe.

Ein Lesermail

  1. Es ist unbeschreiblich. Der Spielplatz sollte tabu sein! Warum? Damit eventuelle Viren einfach nicht auf den nächsten übertragen werden.
    Es kann doch dann nicht sein, dass ignorante Eltern mitsamt der Kinder dies nicht einhalten. Als Beispiel im Echinger Freizeitgelände, alle 10 Minuten wird die Seilbahn benutzt. Womöglich hat der „Corona“ sich wieder austoben können.
    Spricht man das an, fällt ein blöder Spruch von begriffsstuzigen Menschen. Ist die Lage nicht wirklich ernst genug?
    Wie ist Eure Meinung dazu? Bin ich im falschen Film?

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