Orchester per Mail

Wie spielt ein Musikorchester, das sich nicht begegnen darf? Der Musikverein St. Andreas hat in Zeiten der „Corona“-Vorsorge ein „digitales Orchesters“ initiiert.

Dabei wird ein Tonträger mit dem Grundtakt verteilt. Jeder Musiker spielt dazu mit seinem Instrument seine Stimme auf. Danach kann wiederum digital aus den Einzelstimmen ein Orchesterstück zusammengemischt werden.

In einem anderen Projekt werden zur Fortführung des unterbrochenen Musikunterrichts die unterschiedlichen digitalen Verknüpfungen eines Fernunterrichts mit den Instrumentallehrern erprobt.

Der Vorstand hat dazu eine „Checkliste für zuhause“ erstellt, um trotz räumlicher Distanz den inneren Zusammenhalt im Verein zu stärken. Darin enthalten sind etwa Ermunterungen zur selbstständigen Fortsetzung des Übens, aber auch Anreize, Anleitungen und Informationen zu Musiktheorie sowie Film-, Musik- und Buchtipps.

Am Sonntag haben sich auch Musiker des Musikvereins in Eching, Neufahrn, Hallbergmoos und München an der deutschlandweiten Aktion beteiligt, bei der Musiker zur gleichen Zeit in ihren Privatwohnungen das Stück „Freude schöner Götterfunken“ auf dem Balkon oder am offenen Fenster gespielt haben.

Der Musikverein habe bereits massive Einnahmenverluste durch abgesagte Veranstaltungen hinnehmen müssen, heißt es in einer Mitteilung. Die Einnahmen werden dort zur Finanzierung der Ausbildung eingesetzt. „Alle Aktionen sind aber jetzt darauf fokussiert, die notwendige räumliche Nähe, die ein Musikverein nun mal braucht, über die nächsten Wochen zu kompensieren“, schreibt der Verein.

Das Archivfoto (von einer Sitzbank-Premiere des KulturForums) zeigt einen einsamen Orchesterteil….

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