Lesermail zum Artikel „Erdrutschsieg für Thaler“

Analyse der Wahlanalysen:

Der Souverän hat gesprochen, die Kandidaten wundern sich. Obwohl es bei den zur Wahl angetretenen Formationen Gewinne und Verluste an Stimmen und insgesamt 24 Ratssitze gibt, mutet deren Analyse schon manchmal seltsam an.

Da mogelt die größte Fraktion in der Euphorie ihrer Stimmenverluste auf ihrer Homepage 2 Ratssitze dazu und würde damit das Ratsgremium auf 26 Sitze aufblasen. Das lässt schon Rückschlüsse auf den Wahrheitsgehalt ihrer Aussagen zu. Die gleiche Partei interpretiert ihr bisheriges Verhalten und den dadurch resultierenden Stimmen- und Ratsverlust als Erfolg und kommentiert ihn als Wegweisung für ihre künftige Arbeit in ihrer Analyse 5-mal mit „weiterhin“. Da kann der staunende Leser schon meinen: Die haben die Zeichen der Zeit nicht verstanden, deshalb: Weiter so bergab!

Desgleichen gilt der Hinweis einer anderen Gruppe, die ihr unbefriedigendes Wahlergebnis dem „Märchen“ ihres „Blockadeverhaltens“ zuschreibt. Zugutehalten muss man ihnen, dass sie diese Stimmung der Bürger wenigstens wahrgenommen haben. Märchenkenner dagegen wissen aber mindestens seit „1001er Nacht“: „Jedes Märchen hat einen wahren Kern“! Märchenhafte Züge kann man dagegen in der Darstellung vermuten, wenn ihr Wahlergebnis ausreicht, „um einen Sitz im Gremium (Ratssitz) zu verlieren“.

Allen Verantwortlichen sei deshalb angeraten, in sich zu gehen und nach den wahren Gründen für das Wahlergebnis zu suchen, auch und gerade bei sich selber. Das gilt sowohl im negativen, als auch im (erfreulich) positiven Sinne. Das Wahlergebnis spiegelt nicht nur die letzten Tage der Legislatur mit dem Wahlkampf wider, sondern das Verhalten jedes Bürgervertreters im Rat über die gesamte Amtsdauer. „Es sind eben nicht immer die Anderen Schuld, wenn man sein gestecktes Wahlziel nicht erreicht“.

Der zitierte Ausspruch, der Bürgermeister wird „…unter Beweis stellen müssen, wie er in Zukunft Mehrheiten finden will“, heißt doch ohne Umschweife: „Wir sind dagegen!“ Es ist zu befürchten, dass damit das ebenfalls zitierte „Märchen“ weitergelebt wird. Wie diese Haltung dem Wohle der Gemeinde dienen soll, muss jeder Bürger selbst bewerten.

Den Bürgern von Groß-Eching sei geraten: Beobachtet aufmerksam das Verhalten unserer Vertreter im Rat und prüft, ob es wirklich so bürgernah und zum Wohle unserer Gemeinschaft ist, wie alle beteuern.

Am 5. Mai werden die gewählten Gemeinderäte für die neue Legislaturperiode vereidigt. Ich wünsche allen Gemeinderäten bei ihren Entscheidungen ein glückliches Händchen zum Wohle der Bürger von Eching.

Winfried Hubertus

3 Lesermails

  1. Ach, ist es nicht schön, dass es auch zu diesen Zeiten solch herzerfrischende, erheiternde Stellungnahmen gibt? So hat man doch etwas zum Schmunzeln….und als Highlight wartet dann noch der Verweis auf die GemO. Herrlich!

    War mir ein Vergnügen, zu lesen.

    Martin Fuhr

  2. Sehr geehrter Herr Administrator,

    jetzt muss ich mich schon auch mal schlau machen, wie denn die Kräfteverteilung für die künftige politische Arbeit des Gemeinderates unterschiedlich definiert wird. Deshalb habe ich besagte Homepage, die Sie offensichtlich gestalten, nochmal studiert. Zum Zeitpunkt meiner Einsicht entnehme ich folgende Aussagen:

    Unter der Überschrift „Kommunalwahl 2020“ kommt eine Danksagung an das Wahlvolk und dann der Hinweis im ersten Satz „… mit acht Gemeinderatsmitgliedern stellt die CSU-Eching in dieser Legislaturperiode die stärkste Fraktion im Echinger Gemeinderat“. Es gehört schon etwas Fantasie dazu, wenn ein Leser erraten soll, dass sich diese einzige numerische Angabe auf das Wahlergebnis von 2014 bezieht. Eine weitere und aktuellere Zahlenangabe habe ich trotz intensiver Suche auf der Homepage nicht gefunden, was nicht heißen soll, dass irgendwo in den Weiten des www ein 6-er versteckt ist, der bisher auch mir verborgen blieb.

    Insofern geht es mir, wie vielleicht auch anderen politisch interessierten Lesern, genauso wie Herrn Hubertus, der das Thema zur Sprache brachte. Wir vermissen ehrliche und transparente Informationen. Diese Eigenschaften haben schließlich viele Parteien auf ihre Wahlaussagen geschrieben, sie sollten es nach erfolgter Wahl auch leben. Im vorliegenden Fall liegt über dem Informationsgehalt zumindest ein Schleier. Der Hinweis, dass man bei weiterem Suchen an anderen Stellen die richtige Information findet, erinnert eher an eine virtuelle Schnitzeljagd, weniger an IT.

    Für mich ist der Fall damit erledigt, nun wissen alle zweifelsfrei Bescheid. Bitte sehen sie deshalb von Vorhaltungen mir gegenüber ab, denn ich habe keine dezente Abneigung gegenüber irgendeiner Partei und fühle mich der unverblümten Wahrheit, aber auch meiner Heimatgemeinde Eching gegenüber verpflichtet.

    Günter Salomon

  3. Sehr geehrter Herr Hubertus,

    aus Ihrem Text entnehme ich eine dezente Abneigung gegenüber der CSU. Leider entspricht Ihre Ausführung nicht der Wahrheit, denn wenn Sie nicht nur die erste Zeile gelesen hätten, hätten Sie im unteren Teil der Homepage lesen können, wann die acht Gemeinderäte aktiv sind bwz. waren.

    Hier ist deutlich zu lesen „bis April 2020“ und „ab Mai 2020“. Des Weiteren zum Thema Amtszeit ist zu schreiben: „Bis zum Zusammentreten des neugebildeten Gemeinderats führt der bisherige Gemeinderat die Geschäfte weiter.“ (GemO 2.2 Amtszeit §30 Abs. 2).

    Für die Zukunft empfehle ich Ihnen, scrollen Sie bei der CSU-Eching.de-Homepage, wie Sie es empfohlen haben, „weiter so bergab“, dann bekommen Sie auch alle Informationen auf dieser Seite.

    Mit freundlichen Grüßen
    Web-Administrator

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