Keine Parkplätze vors Rathaus

Vor dem neuen Rathaus werden nun doch keine Parkplätze an der Hauptstraße geschaffen. Damit wurde die dringende Petition der Initiative „Wub (was uns bewegt)“ nachträglich doch noch erfüllt, die sich mit 200 Unterschriften gegen die Parkplätze auf Kosten schmälerer Geh- und Radwege ausgesprochen hatte.

Obwohl die Bauarbeiten der Vorplatzsituation des Rathauses bereits laufen, hat der Bauausschuss den 2017 final verabschiedeten Entscheid jetzt nochmal kassiert. Die Argumente auf beiden Seiten waren die gleichen wie seinerzeit auch schon – allerdings haben sich jetzt die Mehrheitsverhältnisse geändert.

Damals wie heute votierten CSU und FW für die Parkplätze, waren 2017 allerdings mit 7:6 Stimmen in der Mehrheit. Heute sind sie mit 4:6 Stimmen gegen SPD, Grüne und BfE/Mitte in der Unterzahl, die sich gegen die Stellplätze aussprachen.

6 Lesermails

  1. Der aktuelle Trend, oberirdische Parkplätze in ganz Eching zu minimieren, ist für einige Einwohner der Gemeinde Eching wohl das Maß aller Dinge. Es fallen dabei Worte wie:
    – Radfahrwege überall
    – Rathaus für alle, aber bitte ohne Auto.

    Unter dem Motto „Rathaus für alle“ sollten doch auch wirklich alle Einwohner angesprochen werden. Das umfasst auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen, ebenso Menschen ohne Fahrrad, einfache Fußgänger, aber auch Gewerbetreibende, die im Umfeld des Rathauses ihrer Arbeit nachgehen.

    Leider vergessen einige Gemeinderäte bei diesem Vorgehen, dass es eben Menschen gibt, die aus vielerlei Gründen auf ein Auto angewiesen sind. Mit anderen Verkehrsmitteln ist es ihnen leider nicht möglich, ihren täglichen Geschäften nachgehen zu können. Auch ein Rathausbesuch zählt dazu. Warum muss man es genau diesen Personen zusätzlich schwer machen?

    Natürlich gibt es am Rathaus die Option der Tiefgarage. Aber mal ehrlich: Tiefgaragen sind eng und das Licht ist nicht optimal. Klar kann man jetzt den Kopf schütteln, aber nicht jeder fährt sicher Auto und nicht jeder traut sich in eine Tiefgarage zu fahren. Die Folge wird sein, dass die umliegenden oberirdischen Parkplätze genutzt werden. Hier ist der Ärger mit den Gewerbetreibenden vorprogrammiert, verständlicherweise.

    Wenn schon seitens der Gemeinderäte zukunftsorientiert geplant werden soll, lohnt sich ein Blick auf die Gemeinde-Homepage. Hier fehlt es an Struktur, Übersichtlichkeit und auch überhaupt an einem Angebot. Viele Wege, z.B. An- und Abmeldungen im Einwohnermeldeamt, digitale Einsicht in Bebauungspläne uvm., könnte man sich sparen, würde man hier investieren. Natürlich könnte jetzt argumentiert werden, dass vor allem ältere Menschen dieses Angebot nicht nutzen. Hier sei gesagt, dass dieser Personenkreis nicht zu unterschätzen ist. Außerdem würde eine ordentliche Homepage im Zeitalter der Handys jede Generation ansprechen, ergo Minimierung der Wege zur Gemeindeverwaltung.

    Die Streichung der oberirdischen Parkplätze am Rathaus sollte dringend überdacht werden. Es sind zu viele Fragen offen, bzw. zu viele Konsequenzen nicht durchdacht worden, beispielsweise:
    – Zum Leserbrief von Frau Haußmann (Grüne): Wie viele Menschen sind auf dem Weg zum Rathaus im Krankenhaus gelandet? Gibt es hier bekannte Fälle und wenn ja, wie viele?
    – Gibt es ein Lichtkonzept für die sanierte Tiefgarage?
    – Wird die erste Reihe auf der Seite zum Rathaus ausschließlich für Rathausbesucher reserviert?
    – Wäre ein Parkzählsystem hier nicht umweltfreundlicher?
    – Wo soll der Radweg Richtung Westen/Hollerner See weiter verlaufen?
    – Wie sieht die Zukunft für Menschen mit körperlicher Einschränkung aus?
    – Wollte man dort nicht vor der Wahl den Verkehr beruhigen?
    – Sind Fahrradstraßen in Nebenstraßen nicht sinnvoller?

    Es darf nicht vergessen werden, dass der Bürger im Vordergrund steht. Was ist also der Bürgerwille?

  2. Parken nur im Untergrund

    In der vergangenen Bauausschusssitzung wurde zu unserem Bedauern die bisherige Planung mit Längsparkern entlang des neuen Rathauses verworfen. BfE, Grüne und SPD stimmten stattdessen für eine Verbreiterung des Fuß- und Radweges.

    Optisch ist dies sicherlich die ansprechendere Variante. Doch für den Ortskern halten wir die getroffene Entscheidung für einen Fehler unter der Verwendung von zum Teil nicht nachvollziehbaren Argumenten.

    So war ein Hauptpunkt die Gefährlichkeit dieser Stellplätze für alle Verkehrsteilnehmer. Doch ist dies wirklich so? Entlang der Hauptstraße ist das Rathaus mit Längsparkern vor dem Dimis, der Freisinger Bank, der Götz-Apotheke und der Bäckerei Hermann quasi eingekreist. In diesen Bereichen wurde deren angebliche Gefährlichkeit bisher nie thematisiert.

    Und auch das zweite Argument, man könne die Stellplätze jetzt auch in der Tiefgarage nachweisen, hinkt etwas. Dafür wurden 25 Stellplätze, die zuvor vermietet wurden, gekündigt und nun den Rathausstellplätzen zugeschlagen. Rein rechnerisch mag dies legitim sein. Aber wo werden denn zukünftig diese 25 Fahrzeuge parken? Der größte Teil wird sich wohl nun auch noch im Bereich zwischen ASZ, Rathaus und Bürgerhaus oberirdisch um die vorhandenen Stellplätze streiten. Ein verkehrspolitischer Schildbürgerstreich, war man doch in der Vergangenheit um jedes Fahrzeug froh, welches man in die Tiefgarage locken konnte.

    Auch mag dies dem einen oder anderen Häuslebauer sauer aufstoßen. Schließlich achtet die Gemeinde bei ihnen genau darauf, dass diese die Stellplatzsatzung einhalten. Nicht ganz unbegründet, schließlich sollen die zu erwartenden Autos einen geregelten Stellplatz erhalten und nicht durch „wildes“ Parken den Straßenverkehr gefährden. Im eigenen Hinterhof sieht man hier als Gemeinde die Sache etwas anders und behilft sich mit dem beschriebenen, rechnerischen „Trick“.

    Dabei ist es unwahrscheinlich, dass Menschen, die nur eine kurze Erledigung im Rathaus haben, dafür extra in die Tiefgarage in der Bahnhofstraße fahren. Diese werden wohl dann zukünftig eher versuchen, ihr Auto kurz vor den gegenüberliegenden Geschäften abzustellen. Und hier lauert dann schon der nächste Streitpunkt. Der dortige Grundstückeigentümer hatte sich schon in der Vergangenheit massiv darüber beschwert, dass seine Geschäftskundenparkplätze von Rathausbesuchern genutzt werden. Die Längsparker wären auch ein Zugeständnis an diese durchaus berechtigten Klagen gewesen.

    Aufgrund der dargelegten Punkte halten die Freien Wähler die beschlossene Umplanung für einen Fehler. Verfolgt man die Aussagen einiger Gruppierungen im Rat, ist zu erwarten, dass dies erst der Beginn war und noch weitere Stellplätze weichen sollen. Diese Gruppierungen möchte ich daran erinnern: Auch Elektroautos brauchen Parkplätze!

    Mit freundlichen Grüßen,
    Christoph Gürtner, Freie Wähler

  3. „Eine umstrittene Entscheidung wird nach 3 Jahren korrigiert“. Das hat was von der Aussage von Frau Merkel zu Thüringenwahl… Es ist unfassbar, solche Titel zu verwenden.

    200 Unterschriften wurden gesammelt, ist das schon eine Mehrheit in Eching? Was ist mit dem Rest?

    Die Parkplätze vor dem Rathaus hätten ein einfaches und schnelles Ein- und Aussteigen ermöglicht und diese Parkplätze wären auch den anliegenden Einzelhändlern zu Gute gekommen bzw. hätte es auch dazu beigetragen, die Verkehrssituation an dieser Stelle von Eching zu entschärfen.

    Wir brauchen keine zusätzlichen Radwege in Eching, denn die Radfahrer fahren doch schon überall und das teilweise, ohne auf die Fußgänger zu achten und ohne sich an Verkehrsregeln auf den Straßen oder an Abstandsregeln in Corona-Zeiten zu halten.

    Was kommt als Nächstes in Eching? Tempo 30 überall, Umwidmung von Straßen zu Radwegen, Gendersprech oder eine dritte Toilette im Rathaus oder demnächst dann nur noch zugelassene Ochsenkarren auf den Straßen?

    Mal ehrlich, es gibt genug alte und kranke Menschen in Eching. Es wäre deutlich angebrachter, diese Gruppe in den Fokus zu nehmen und die Barrierefreiheit zu forcieren. Aber man sieht nur, was man sehen will.

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