Ehrenbürgerin Walburga Buchmeier ist tot

Im Alter von 86 Jahren ist am Sonntag Walburga Buchmeier gestorben, lange Jahre Redaktionsleiterin und Berichterstatterin des „Echinger Forums“ und seit 2010 Ehrenbürgerin der Gemeinde. Vier Jahre gehörte sie auch für die CSU dem Gemeinderat an.

Eine persönliche Erinnerung:

Als ich – irgendwann im vorigen Jahrhundert – als Berichterstatter der „Freisinger SZ“ nach Eching kam, traf ich dort bei jeder Sitzung oder Veranstaltung eine (für mich damals!) ältere Dame, die ebenfalls berichtete; immer mit dem Fahrrad unterwegs, meistens mit Kopftuch; immer unauffällig am Rand, nie dazwischenfragend, dezent und kaum wahrnehmbar.

Ich hatte schon aus vielen Gemeinden berichtet, aber Eching war seinerzeit einzigartig. Mittlerweile meine ich, dass diese Sonderstellung Echings über einen kurzen Zeitraum auf einem historischen Glücksfall beruht, auf einem Zusammentreffen außergewöhnlich vieler herausragender Akteure auf so vielen Feldern des Gemeinwesens, die durch ihr Engagement und ihre Gewissenhaftigkeit andere mitzogen und so ein ungewöhnliches Niveau des dörflichen Lebens schufen. Walburga Buchmeier, die Dame mit dem Kopftuch, war eine davon.

Walburga Buchmeier kam 1946 nach Eching, genauer in ein Siedlerhäuschen auf den Gütern Hollern. 1977 stieß die dreifache Mutter zum „Echinger Forum“ – und weit über 20 Jahre war sie das „Echinger Forum“.

Sie amtierte von 1979 bis 1982 als Zweite Vorsitzende und von 1982 bis 2002 als Vorsitzende, berichtete über Jahrzehnte ehrenamtlich über alle Veranstaltungen, die so anfielen. Als Hollern nach Unterschleißheim umgemeindet wurde, hielt sie durch ihre Texte die Verbindung zur alten Heimat aufrecht.

Dass ihr der Gemeinderat 2010 die Ehrenbürgerwürde verlieh, war hochverdient – auch wenn ihr wenig unangenehmer war, als in den Mittelpunkt gestellt zu werden. „Sie haben sich durch ihre sorgfältige und überparteiliche ehrenamtliche Arbeit wirklich bleibende sehr große Verdienste um die Gemeinschaft erworben“, sagte damals Bürgermeister Riemensberger in seiner Laudatio – und jedes einzelne Wort war zutreffend.

Aus dem Alltagsgeschäft des „Echinger Forums“ hatte sie sich schon lange zurückgezogen. Seit Jahren aber schrieb sie im „Echinger Forum“ unermüdlich historische Miniaturen aus Eching, darunter wahre Standardwerke der Ortsgeschichte, etwa über das Kriegsende, Flucht oder Vertreibung oder alte Wirtshaus- und Dorfgeschichten und insbesondere immer wieder über die Kirche und den dörflichen Glauben.

Der Zeitungskreis des „Echinger Forums“, den ich seit 2013 leite, muss seit ihrem gesundheitsbedingten Rückzug auf ihre Beiträge als Höhepunkte des monatlichen „Echinger Forums“ verzichten.

Insbesondere aber vermissen wir sie selbst bei unseren monatlichen Zeitungskreissitzungen; ihren unbeirrbaren Enthusiasmus für die historischen Perlen, die sie wieder aufgetan hatte, ihren dezenten Humor und ihre vornehme Aufgeschlossenheit für alle Neuerungen (auch wenn sie damit schon längst nichts mehr anfangen wollte und beispielsweise ihre Bilder immer noch als Abzüge von der analogen Filmspule und die Texte auf Floppy-Disk lieferte).

Das „Echinger Forum“ trauert um Walburga Buchmeier.

3 Lesermails

  1. Lieber Herr Bachhuber,

    vielen Dank für Ihre schönen Zeilen für Frau Buchmeier. Selten hat jemand, der immer im Hintergrund wirkte, einen so würdigenden Nachruf verdient.

    Als Hollerner muss ich jedoch anmerken, dass Hollern noch nie nach Unterschleißheim umgemeindet worden ist.

    Mit herzlichem Dank und freundlichen Grüßen
    K. Walter

    1. Die Siedlung Hollern ist sehr wohl von Eching nach Unterschleißheim umgemeindet worden; die Güter Hollern gehören allerdings wie eh und je zum Gemeindegebiet Eching, diese Präzisierung ist korrekt. Danke!

  2. Lieber Herr Bachhuber,

    Danke für die persönlichen Zeilen zum Tode meiner Mutter. Tatsächlich ist es mir jahrelang nicht gelungen, sie von den Vorzügen eines USB-Sticks zu überzeugen…

    Abgesehen davon war das Echinger Forum ein wichtiger Teil ihres Lebens und die Menschen, die daran mitgearbeitet haben, auch.

    Es freut mich sehr, dass Sie auf diese schöne Weise an meine Mutter erinnert haben.

    Mit freundlichen Grüßen
    Walburga Schmidt

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