Mehr Ehre fürs Ehrenamt?

Für die Sportlerehrung durch die Gemeinde sollen verbindliche Regularien eingeführt werden. Die CSU einerseits und SPD, Grüne, BfE und EM in einem gemeinsamen Antrag andererseits haben Initiativen zur Fixierung einer Satzung für die Auswahl der geehrten Sportler vorgelegt.

Die „Bunten“ haben in ihrem gemeinsamen Vorstoß auch eine Erweiterung des Ehrungsmodus angeregt. Dass bei der Sportlerehrung auch verdiente Funktionäre gewürdigt wurden, reiße eine Lücke in der gemeindlichen Ehrungssystematik, so ihre Argumentation: Eine adäquate Ehrung für Funktionäre in Vereinen jenseits des Sports fehle.

Als Ehrungen kennt die Gemeinde bislang nur die Ehrenbürgerschaft und die Bürgermedaille. Der gemeinsame Antrag sieht nun vor, quasi eine Ebene unter diesen bedeutendsten Ehrungen einzuziehen, eine „Würdigung für das Ehrenamt“.

Diese Ehrung solle laut Vorschlag vergeben werden für Funktionäre mit mindestens zehnjährigem Einsatz im Ehrenamt oder für „außerordentliche Leistungen für den Verein oder die Gemeinde“. Georg Bartl (CSU) meldete Bedenken an, dass mit einer zusätzlichen Rubrik die Ehrungen „leicht inflationär“ werden könnten und damit ihren Stellenwert verlören.

Einstimmig hat der Gemeinderat die Erarbeitung eines Satzungsentwurfs durch eine informelle Arbeitsgruppe beschlossen. Darin soll auch die Frage der neuen Ehrenamts-Ehrung debattiert werden.

Bei der Premiere der Sportlerehrung hatte die Gemeindeverwaltung in Zusammenarbeit mit den Vorsitzenden von SC und TSV Eching Regularien aufgestellt, nach denen Sportler zur Ehrung vorgeschlagen wurden. Eine informelle Jury mit Gemeinderäten auf Zuruf wählte dann die Geehrten aus.

Christoph Gürtner (FW) merkte an, dass die Sportlerehrung 2020 auch ohne Satzung gelungen sei und ein fixes Regelwerk oft auch einschränke. „Aber gut“, sagte er, „lassen wir den Amtsschimmel halt wieder wiehern.“

Erwogen werden soll auch, die Ehrung im Herbst vorzunehmen, weil in der Zeit der Saisonwechsel der meisten Sportarten ansteht. Wann eine nächste Ehrung anstehen könnte, sei derzeit wegen der Corona-Bestimmungen ohnehin völlig offen, sagte Bürgermeister Sebastian Thaler – und weil wegen Corona 2020 auch der meiste Sport entfallen sei.

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