Dietersheim will mitreden

Dietersheim stinkt es massiv, von Nachbar Garching nicht in die Planung für eine Windkraftanlage unmittelbar an der Gemeindegrenze einbezogen worden zu sein. In einer spontanen Unterschriftenaktion fordern nun 548 Dietersheimer, ausreichend informiert und in die Entwicklungsprozesse eingebunden zu werden.

Die Dietersheimer Gemeinderätinnen Heike Krauß und Lena Haußmann haben sofort eine Unterschriftenaktion initiiert. „Dietersheim fühlt sich extrem übergangen“, sagte Krauß. Am Dienstag übergaben (v. li.) Haußmann, Alexander Bohmann und Krauß die Unterschriften an Bürgermeister Sebastian Thaler.

Es müsse „in nachbarschaftlichem Umgang ein Konsens gefunden werden“, forderte Krauß, Dietersheim müsse „den Standort demokratisch mitbestimmen“. Die Dietersheimer müssten „aktiv in die Planungen einbezogen werden, auch um die Akzeptanz vor Ort zu stärken und Ängste abzubauen“, fordern Krauß und Haußmann in ihrem gemeinsamen Begleitschreiben: „Das ‚Wie‘ der Windkraft betrifft nicht nur die Stadt Garching“.

Man müsse „lösungen finden, die die Belange der Nachbargemeinde besser berücksichtigen“. Mit dem Windrad im Süden könne die vorwiegend nach Süden orientierte Ortsentwicklung von Dietersheim massiv beeinträchtigt werden, fürchten Krauß und Haußmann: „Ein derart langfristiges Projekt sollte auch unter dem Aspekt der Entwicklungsmöglichkeiten der nächsten Jahrzehnte betrachtet werden“. Dazu gehöre „ein konstruktives, objektives und nachbarschaftliches Miteinander“.

Die Unterschriften seien „eher für den Garchinger Kollegen“, sagte Thaler bei der Übergabe. Auch er rügte, dass die Nachbarstadt da „sehr schnell vorgeprescht“ sei. Es wäre aber „schon sehr wichtig, das gemeinsam anzugehen“.

Denn grundsätzlich werde der Ausbau der erneuerbaren Energien wie der Windenergie „von der Gemeinde Eching grundsätzlich begrüßt, um das Ziel der regenerativen Energieerzeugung und damit der Energiewende zu schaffen“, betonte Thaler in einer dazu verfassten Stellungnahme.

Dennoch erscheine „der geplante Standort diskussionswürdig, da er mindestens die bereits in Planung befindliche Ortsentwicklung Dietersheims in Richtung Südwesten einschränken könnte“. Es sollten daher im Verfahren alternative Standorte geprüft werden.

Es gäbe auch „deutlich besser geeignete Standorte mit einem größeren Abstand zur Wohnbebauung und einem höheren Windaufkommen“, glaubt der Bürgermeister. Krauß sagte, die Standortfrage könne nicht ernsthaft dadurch vorweggenommen werden, „weil der Investor da bereits ein Grundstück besitzt“.

Thaler sagte zu, dass bei der nächsten Gemeinderatssitzung im Februar das Projekt vorgestellt werde. Nächster formeller Schritt durch Garching sei eine artenschutzrechtliche Prüfung, die sich über rund ein Jahr hinziehen werde.

Sobald dem Echinger Rathaus detaillierte Informationen und Gutachten zu Naturschutz, Schattenwurf oder Schallimmission vorlägen, werde man die „kritisch prüfen und eine Stellungnahme abgeben“.  Die Gemeinde werde jedenfalls „die Interessen der betroffenen Dietersheimer bestmöglich vertreten“, versicherte der Bürgermeister.

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