Lesermail zum Artikel „Verpflichtung auf Werteorientierung?“

Sehr geehrter Herr von Wangenheim,

zunächst einmal meine Anerkennung, dass Sie sich auf Internetseiten der Gemeinwohlökonomie-Bewegung wie bayern.ecogood.org informiert haben.

Ich war „nur“ Zuhörer des von der Echinger VHS organisierten und von Jörn Wiedemann gehaltenen Vortrags. Dort wurde auch die Frage gestellt, wer eine Gemeinwohlbilanz der Gemeinde erstellen könnte und was das kosten würde.

Der Gegenstand des Antrags von BfE/EM/ÖDP war jedoch wohlgemerkt eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema. Dort könnten eben diese und weitere Fragen gestellt werden und die Antworten würden zu einer sachgerechten Entscheidung beitragen.

Ein Missverständnis möchte ich jedoch sofort ausräumen: Die besagte Matrix dient nur dazu, – im Zusammenhang mit der einmal im Jahr durchgeführten Bilanzierung – festzustellen, wo der Akteur, hier also die Gemeinde, steht: Also, ob die überall wohlfeilen Bekenntnisse zu Nachhaltigkeit, ethischer und sozialer Verantwortung und Transparenz praktischen Niederschlag gefunden haben.

Fühlen Sie sich wohl in einer Wirtschaft, in der Controlling sich auf Geld und nichts anderes beziehen darf? Oder welchen Vorschlag haben Sie, die versteckten Kosten unserer Lebensweise ins Blickfeld zu bekommen und als Heutiger den Morgigen gegenüber verantwortlich zu handeln?

Mit freundlichen Grüßen
Markus Hiereth

Ein Lesermail

  1. Sehr geehrter Herr Hiereth,

    mit meinen Anmerkungen wollte ich das Thema „Gemeinwohl-Ökonomie“ nicht schlecht reden. Im Gegenteil: Natürlich will auch ich den „Morgigen“, sprich: meinen und allen anderen Kindern gegenüber, verantwortlich handeln.

    Dass es bei der Diskussion im Gemeinderat zunächst nur um einen Vortrag zu diesem Thema ging, war mir nicht so klar. Dagegen ist natürlich überhaupt nichts zu sagen.

    Meine Sorge ist nur, dass man sich dann seitens des GR zu einem Beschluss hinreißen lässt, dessen konkrete Ausführung dann doch wieder auf sich warten lässt, weil man vorher nicht bedacht hat, dass es letzten Endes auch Arbeit bedarf, dies zu tun – siehe hier auch der Kommentar von GR Gürtner.

    Beim Thema „Klimavorbehalt“ ist ja offensichtlich genau dies passiert und das sollte sich meiner Meinung nach so nicht wiederholen. Der Ernsthaftigkeit des Themas ist es nicht geholfen, wenn die Bürger/innen unserer Gemeinde den Eindruck haben, dass Beschlüsse gefasst werden, die nicht umgesetzt werden können oder nach deren Möglichkeiten der Umsetzung erst nach dem Beschluss gesucht wird. Das gilt für den Klimaschutz wie für das Gemeinwohl in seinem Ganzem.

    Mit besten Grüßen,
    Tobias v. Wangenheim

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