An der Schnittstelle

Mit dem Roman „Auf Distanz und doch so nah“ hat der Echinger Rudi Hauke eine sehr spezifisches Thema aufgegriffen. Martha Liebscher, die fiktive Heldin, ist Pflegegutachterin bei einem der 15 Medizinischen Dienste der Krankenversicherungen (MDK) in Deutschland.

„Diese Schnittstelle im Pflegedienst wird wenig beleuchtet“, sagt Hauke, „ich wollte mal diesen Teilbereich der Pflege ins Licht rücken.“ Die Überalterung der Gesellschaft und ihr daraus resultierender Pflegebedarf ist ein zwar verdrängtes, aber extrem zukunftsträchtiges Thema, die finanzielle Dimension des Pflegesektors bindet enorme private und öffentliche Mittel – und älter wird schließlich jeder.

Der 66jährige Wahl-Echinger, seit über vier Jahren Vorsitzender des TSV, kennt den Themenkomplex von mehreren Seiten. Bis zur Pensionierung war Hauke Vorstand einer Krankenkasse in Hannover. Selbst krebskrank, steht er seit 2018 dem bundesweit ersten Patientenbeirat am Deutschen Krebsforschungszentrum vor.

Und auch als Autor hat Hauke bereits Erfahrung. Mit der autobiografischen Geschichte „Der fremde Tropfen in meinem Blut“ thematisierte der gebürtige Augsburger 2015 seine eigene Krebserkrankung.

„Auf Distanz und doch so nah“, die Geschichte der Martha Liebscher, ist nun ein fiktionaler Roman; Martha Liebscher, ihre Biografie und die dramatische Handlung des Romans um berufliche Überforderung und einen alles verändernden Schicksalsschlag sind frei erfunden.

Die Episoden aber, die sie bei ihren Besuchen als Gutachterin erlebt, hat Hauke quasi protokolliert; jedes einzelne Erlebnis ist Pflegegutachtern genau so zugestoßen.

Hauke hat sich viele reale Geschichten aus dem MDK Bayern angehört, zum Themenkomplex Pflege recherchiert und auch mal eine MDK-Begutachtung mitgemacht; eine unspektakuläre freilich, die nicht im Buch verewigt wurde.

„Man fühlt sich als Gutachter wertgeschätzt“, hat dem Autor eine seine Gesprächspartnerinnen nach der Lektüre des Romans geschrieben, „er beschreibt anschaulich bis teils lustig unseren Alltag – wir finden uns in jeder Geschichte wieder.“ Das Buch biete „auch Außenstehenden die Möglichkeit, unseren Beruf etwas besser zu verstehen“. 

Eine andere findet, der Roman zeige, „es sind ja auch nur Menschen, die hinter dem Gutachter stecken, und es ist eben nicht nur PC-Formulare Befüllen, Plaudern und Kaffeetrinken, was unsere Arbeit ausmacht.“

Auf einem öffentlichen Forum urteilte ein Leser, dem Autor gelinge es „mit seiner episodenhaften Erzählweise aus dem beruflichen und privaten Leben einer Pflegegutachterin ausgesprochen gut, das eher trockene Thema lebendig und transparent darzustellen und damit einer eher vernachlässigten Berufsgruppe ein Stück Öffentlichkeit und Respekt zu verschaffen.“

„Auf Distanz und doch so nah – Aus dem Leben der Pflegegutachtern Martha Liebscher“ ist erhältlich im Online-Handel oder beim Autor (www.rudolfhauke.de).

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