Lesermail zum Artikel „Pestizide sind tabu“

„Pestizide sind tabu“ – wieder mal so ein Beschluss, der sich toll anhört, wo im Prinzip jeder mitgeht. Der aber, wie sich nun herausstellt, vom BM und der Gemeinderatsmehrheit, die diesen Beschluss gefasst hat, nicht richtig durchdacht bzw. vorbereitet worden ist.

Leider keine Ausnahme: siehe der Beschluss zum Klimavorbehalt und die Ausweisung der Fahrradstraße. Bei letzterer können wir gerade die nächste Unbedachtheit bewundern, denn das Schild, das – acht Monate nach dem GR-Beschluss – diese seit zwei Wochen nun auch endlich ausweisen soll, liegt wegen der Bauarbeiten im Neubaugebiet schon wieder am Boden. Die Kosten für das Aufstellen des Schildes werden nun also doppelt bezahlt werden müssen, die Fahrradstraße ist unpassierbar. Aber vielleicht brauchten BM und Fahrradbeauftragter kurz vor Ostern noch mal eine gute Nachricht mit Foto-Termin.

Auch der Beschluss, die Grundstücke in den Neubaugebieten grundsätzlich nur noch im Erbbaurechtsmodell zu vergeben, ist m. E. auch so ein Schnellschuss, dessen Auswirkungen auf den „Wohnmarkt“ in Eching sowie auf den Haushalt der Gemeinde nicht wirklich berücksichtigt wurden. Das Preisniveau auf dem Immobilienmarkt kann ja nur dadurch beeinflusst werden, dass entsprechend (relativ) preiswerte Immobilien aus dem Erbbaurechtsmodell auf den Markt kommen. Solange aber keine Häuser aus dem Erbbaurechtsmodell zu verkaufen sind, werden die Preise auf dem freien Markt unverändert hoch sein. Momentan wird dies verhindert, da die Gemeinde offenbar grundsätzlich Veto gegen die von den Eigentümern angedachten Verkaufspreise einlegt.

Die von den Befürwortern der 100%-Erbbaurecht-Lösung erhoffte Entlastung bei den Immobilienpreisen kann ja mittels der nun getroffenen Entscheidung frühestens in 20 Jahren einsetzen, wenn die Frist zur Eigennutzung abgelaufen ist. Ob dann das Angebot an Häusern aus dem Erbbaurechtsmodell so groß ist, dass es Einfluss auf das Preisniveau auf die übrigen Häuser auf dem Markt hat?

Der Haushalt der Gemeinde dagegen wird nun erst einmal mit Mindereinahmen von 11 Mio. € leben müssen. Welche Auswirkungen dies auf die angedachten Projekte in den nächsten Jahren hat, würde ich auch ganz gerne wissen. Ob das im GR bedacht wurde? Ich habe meine Zweifel…

Ganz allgemein gesprochen sollten sich Bürgermeister und Gemeinderat(smehrheit) vielleicht auf Realpolitik anstatt auf publikumswirksame Beschlüsse konzentrieren! Die Auswirkungen von Beschlüssen sollten vor dem Beschluss bedacht worden sein, die Umsetzung mit jenen besprochen, die den Beschluss dann umsetzen müssen. Vielleicht sollte man einen „Beschluss-Auswirkungs-Vorbehalt“ einführen…

Tobias von Wangenheim

2 Lesermails

  1. Hallo.
    Hätte jetzt eigentlich gerne noch mehr zum Thema Pestizide hier gelesen. Der restliche Artikel gibt das entsprechende Bild wieder, schade, dass diese Themen bei den Bürgern nach wie vor nur wenig ankommen.

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