Bald Bezahlschranken am See?

Über die Aufstellung von Parkscheinautomaten oder Zufahrtsschranken sollen vielleicht die kostenpflichtigen Phasen für das Parken am Echinger und Hollerner See erweitert werden. Eine Erhöhung der Parkgebühren lehnte der Gemeinderat ab.

Die gemeinsame Fraktion von „Bürgern für Eching“, „Echinger Mitte“ und ÖDP hatte eine deutliche Aufstockung der Parkgebühren von jetzt 3,50 auf fünf bis acht Euro gefordert. 3,50 Euro seien „nicht mehr zeitgemäß“, heißt es im Antrag, „und erzielt nicht den beabsichtigen Lenkungseffekt, dass die Anfahrt vorwiegend mit dem Fahrrad oder zu Fuß erfolgt anstatt mit dem Pkw“.

Zudem sollten „speziell nicht-ortsansässige Gäste“ über die Parkgebühr einen angemessenen Beitrag für den Aufwand der Gemeinde für die Pflege der Ufer leisten, so der Antrag. Nach Zahlen der Gemeindeverwaltung liege der Unterhaltsaufwand für den Echinger See bei jährlich rund 150.000 Euro, die Parkgebühren erlösten gerade um die 25.000 Euro.

Der Verweis auf ortsfremde Badegäste sei zu kurz gegriffen, hieß es aus der Gemeindeverwaltung. Schließlich wurden beide Seen durch den Erholungsflächenverein der Region München finanziert und der verfechte folglich die unentgeltliche Nutzung für alle Menschen der Region. Mit den 3,50 Euro Parkgebühr liege man im Einzugsgebiet des Vereins schon am oberen Limit.

Von den Günzenhausener Gemeinderäten Tobias Exner und Bernhard Wallner kamen ohnehin Einwände gegen die Benachteiligung von Badegästen mit dem Pkw, auf den Günzenhausener meist angewiesen seien.

Christoph Gürtner und Leon Eckert verwiesen darauf, dass das zentralste Parkproblem am See die „Parkplatz-Vermeider“ seien, die dann das Auto in der Flur und in Wohnstraßen abstellten. Mit höheren Parkgebühren würde das eher forciert. „Erst sollten wir diese Parkplatz-Vermeidung stärker bekämpfen“, forderte Eckert, „und dann über neue Modelle nachdenken.“

Bürgermeister Sebastian Thaler regte an, den Hebel nicht in der Höhe der Parkplatzgebühren anzusetzen, sondern an der Dauer der Gebührenpflicht. Über Parkscheinautomaten oder Bezahlschranken könne täglich kassiert werden, nicht nur an sonnigen Wochenenden wie bisher.

Sein Vorschlag, diese Systeme sich mal vorstellen zu lassen, brachte ihm eine Beschwerde von Gürtner ein. Es sei „kein partnerschaftliches Verhältnis“, solche Systeme ins Spiel zu bringen, ohne den TSV Eching zu informieren, der seit 2018 die Parkgebühren für die Gemeinde eintreibt.

Der Verein besetzt an den Bade-Wochenenden rund um die Uhr die Parkplatz-Zufahrten und kassiert dafür zwei Drittel der Einnahmen nach Steuern: Ein enormer Aufwand, aber ein willkommenes Zubrot für die Vereinskasse. Thaler sagte, eine Information über Schrankensysteme bedeute noch kein Ende dieser Zusammenarbeit.

Weiterer limitierender Faktor ist ohnehin, dass am Hollerner See über die Parkraumbewirtschaftung der paritätisch besetzte Zweckverband mit Unterschleißheim entscheidet. Georg Bartl stellte schon mal als unbedingtes Diktum heraus, dass für beide Seen die gleichen Bedingungen gelten müssten.

Mit 20:4 Stimmen wurde der Antrag einer Gebührenerhöhung abgelehnt, mit 15:9 Stimmen wurde entschieden, sich über Schrankensysteme informieren zu wollen.

3 Lesermails

  1. Da wird über mögliche höhere Einnahmen diskutiert und dann werden im Zuge der Bauarbeiten an der Blauen Brücke mal schwuppdiwupp die Halteverbotsschilder an der Garchinger Straße (hinter der Brücke) entfernt und schon sind 20 kostenlose Parkplätze entstanden. Muss man das verstehen?

  2. Hallo zusammen,

    wie sieht es mit den Mitgliedern des Echinger Fischereiverein aus? Haben die freien Zugang? Schließlich zahlen wir eh schon sehr hohe Jahresbeträge für’s Angeln…

    Freundlichst
    Helga Watzinger

  3. Hallo zusammen,

    haben alle Beteiligten auch daran gedacht, dass z.B. die Mitglieder der Wasserwacht – die Ihre Freizeit für die Sicherheit und (medizinische) Versorgung der Badegäste opfern – kostenlos parken dürfen?

    LG Antonio

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