Lesermail zum Artikel „Dietersheimer Umgehung fällt aus den Planungen“

Die ewige Umgehungsstraße

Nunmehr seit Jahrzehnten wird um die Ortsumgehung für Dietersheim gerungen und wir waren vor etwa einem Jahr Zeugen, wie ein offensichtlich bestelltes Negativgutachten im Gemeinderat vorgestellt wurde. So jedenfalls auch von Herrn Bimesmeier berichtet. Entschieden wurde, wie in Eching üblich, damals nichts, die Gemeinde Garching war dann auch erstaunt, dass Eching so wenig Interesse hatte.

Jetzt soll also die Sache noch fester gezurrt werden und die zurückgestellte Sanierung der Ortsdurchfahrt Dietersheim unter gleichzeitiger Aufgabe der Ortsumgehung beschlossen werden.

Mit der Mehrheit der Bunten wurde also der vermeintlich letzte Nagel in den Sarg der Ortsumgehung geschlagen. Soweit, so schlecht.

Besonders bemerkenswert bei dieser Abstimmung scheint uns das Verhalten der Dietersheimer Räte und Rätinnen zu sein und hier insbesondere jenes der rechtsgelehrten Gemeinderätin Lena Haußmann, welche zusammen mit den anderen bunten Handaufhebern nun doch gegen die Ortsumgehung und damit gegen die Interessen der Dietersheimer stimmte.

Es ist durchaus nicht das erste Mal, dass die Studiosa iuris etwas verworrene Meinungen vertritt, wir erinnern uns gerne an die Überreichung einer Unterschriftenliste gegen das Garchinger Windrad an den lieben Sebastian. Dies war zumindest für eine Grüne erstaunlich. Weniger erstaunlich war aber ihre Befürwortung desselben kurze Zeit später. Ja, was denn nun?

Der frischgebackene SPD-Nachrücker Vincent Blank aus Dietersheim hat sich wohl an seine Wähler erinnert und gegen die Einstellung des Projektes Umgehungsstraße gestimmt. Offensichtlich ist er sich seiner Verantwortung bewusst und ist zu eigenem Nachdenken und Handeln fähig.

Für die Dietersheimer sollte schon jetzt klar sein, wen man nicht mehr wählt.

Annette und Dr. Andreas Erb

2 Lesermails

  1. Es ist sehr interessant, zu lesen, dass eine Ortsumgehung den Interessen der Dietersheimer enspreche. Wenn man von Dietersheimern spricht, die an der Hauptstraße und in der Nähe leben, kann das vielleicht stimmen.

    Ich erinnere mich jedoch, als vor einigen Jahren Stimmen gegen die Umgehungsstraße gesammelt wurden, und es gab dann plötzlich mehr Menschen, die dagegen waren als dafür, und der Veranstalter hat dann die Petition vorzeitig geschlossen, um Gemüter zu beruhigen. Das würde jetzt sicherlich nicht anders sein.

    Ich vermute, dass die Umgehungsstraße viel mehr Menschen stören wird, die im Westen von Dietersheim leben, und welche, die gerne die Ruhe an der Garchinger Heide genießen, während sie dort spazieren gehen. Wir haben genug Straßen in der Umgebung – Autobahn ist die beste Ortsumfahrung und es soll eher so getan werden, dass der Verkehr dorthin umgeleitet wird.

    Ich sehe zum Beispiel sehr oft die LKWs von Dachser, die durch Dietersheim fahren und dann in Garching-Nord auf die Autobahn auffahren. Muss das sein? Dachser hat Lagerhallen direkt an der Autobahn und die LKWs sollen dort auf die Autobahn auffahren und nicht durch Ortschaften fahren, um LKW-Maut zu umgehen.

    Genau so soll Google den Verkehr nicht durch Dietersheim umleiten, wenn auf der Autobahn Stau ist. Die Umgehungsstraße wird das nicht unterbinden. Sobald dort Stau ensteht, weil alle von Google von der Autobanh umgeleitet werden, dann haben wir Stau auch in Dietersheim, da die Umleitung einfach weiter den Verkehr leitet.

    Wir haben dann Stau irgendwo in Neufahrn oder Mintraching und alle werden die Umleitung auch dort haben wollen, die das Problem einfach an andere Orte verlagert. Dann bauen wir Umgehung von Umgehung, immer weiter und weiter.

    Die Durchfahrt soll unattraktiv und langsam werden und dann erledigt sich das Problem von selbst. Die meisten LKWs, die durch den Ort fahren, müssen dort nicht fahren. Die liefern nichts in die Ortsschaften in der Nähe und sparen sich nur ein paar Kilometer Autobahn und genau die verursachen den größten Lärm.

    So eine Umgehungsstraße, wie um Garching herum, möchte ich nicht haben. Ich fahre oft zum Echinger See, gehe durch die Heide spazieren und möchte nicht dort den lärmenden Verkehr haben oder nur an einer Stelle die Straße über eine Brücke überqueren zu können. Man hört jetzt schon die Autobahn. Die Umgehungsstraße wird noch lauter für alle, die im Westen leben.

    Wenn man noch weiter denkt, dann hat Corona gezeigt, dass Homeoffce möglich ist und der Verkehr beruhigte sich ernorm. Ich habe in den letzten zwei Jahren fast vergessen, was Stau ist. Daher soll sowas gefördert werden, dass die Menschen eher weniger pendeln.

    Ich kann zum Beispiel nicht von Zuhause arbeiten und vielen anderen geht es genau so. Es gibt aber auch sehr viele, die für die Arbeit nur einen Rechner und Telefon benötigen, und dass diese Menschen 30-50 Kilometer zur Arbeit fahren, ist schlicht und einfach nicht nötig. Auf jeden Fall nicht jeden Tag, sondern wenn die Lust darauf haben.

    Man könnte überall Officecenter (Coworking) bauen, wo Firmen Arbeitsplätze mieten, die man zu Fuß oder in 10 Minuten mit dem Fahrrad erreichen kann, damit die Menschen nicht in ihren Kellern oder Arbeitszimmern alleine und ohne Kontakte verrotten, sondern mit anderen zusammensitzen, selbst wenn das Menschen von anderen Firmen sind. Das fördert sogar die Vernetzung von den Firmen, persönliche Kontakte weiten sich aus.

    Dann haben wir automatisch weniger Verkehr, weniger Abgase usw. Das sollte natürlich nicht auf Gemeindeebene gelöst werden, sondern wirklich vom Staat gefördert werden, so dass es für Firmen auch finanziell lohnend ist.

    Mit freundlichen Grüßen
    Alex Lykhvar

    1. Vielen lieben Dank für diesen überaus konstruktiven Leserbrief. Ich habe ihn mit viel Freude gelesen, weil er anders als in den letzten Monaten hier sehr häufig zu lesen, eine Fülle an denkbaren Alternativen aufzählt.

      Ich würde mir mehr Austausch auf diesem Niveau wünschen.

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