Wege ebnen für den Surfpark

Für den geplanten Surfpark südlich des Hollerner Sees will das Rathaus rund 12 Hektar Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet „Freisinger Moos und Echinger Gfild“ herausnehmen. Als Kompensation soll eine etwa gleichgroße Fläche am Nordufer des Sees unter Landschaftsschutz gestellt werden. Einen weiteren Flächentausch plant die Gemeinde für eine acht Hektar große Parzelle östlich des Seeparkplatzes, wo möglicherweise Sportplätze entstehen könnten.

Den gleichen Beschluss hatte der Gemeinderat vor Jahresfrist schon mal gefasst, damals allerdings eher als Anhängsel an die seinerzeit akuten Pläne, für den einige hundert Meter weiter nördlich geplanten Standort für Krauss-Maffei ebenfalls das Landschaftsschutzgebiet zu ändern. Nachdem sich diese Pläne mittlerweile zerschlagen haben, hatte das Rathaus den Antrag auf Ausgliederung gar nicht erst im Landratsamt eingereicht.

In neuer Form, nur noch für die beiden Projekte am See, wurde der Vorstoss jetzt neu diskutiert. Erklärte Gegner waren Grüne, „Bürger für Eching“ und „Echinger Mitte“. Die drei Gruppierungen forderten, keine weiteren Ausgliederungen aus dem Landschaftsschutzgebiet mehr vorzunehmen und stattdessen all jene Flächen am nördlichen Seeufer wieder unter Landschaftsschutz zu stellen, die seinerzeit davon ausgegliedert worden waren, als darauf eine Therme am See errichtet werden sollte.

CSU, SPD und FWG setzten jedoch durch, die beiden Flächen für eine potentielle Entwicklung südlich des Seeufers ausklammern zu wollen und dafür flächengleich Parzellen am Nordostufer zum Tausch anzubieten. Ein Antrag der SPD, zusätzlich zu den beiden Tauschflächen auch noch das einstige Thermengrundstück am Nordwestufer wieder unter Landschaftsschutz zu stellen, fand bei CSU und FWG keine Unterstützung.

Für Sylvia Jung (BfE) stellte das beschlossene Angebotspaket für den Kreistag „keinen adäquaten Tausch“ dar. Die Flächen, die dem Landschaftsschutzgebiet jetzt zugegeben werden sollen, seien Wasserflächen und Badestrand, könnten also ohnehin nicht bebaut werden. Dafür solle mit dem Surfpark nun eine kommerzielle Nutzung installiert werden, die bei all den Debatten und Bürgerbeteiligungen um den Hollerner See noch nie Thema gewesen war, auf einer Fläche, die stets außerhalb des Planungsgebietes gelegen hatte.

Bürgermeister Sebastian Thaler (parteilos) berichtete aus seinen Gesprächen im Landratsamt, dass der Echinger Vorschlag „für die Fachleute sehr wohl ein wertvoller Tausch“ wäre. Den Surfpark begrüße er uneingeschränkt. Angesichts einer ähnlichen Planung in Hallbergmoos sei er „sehr froh, dass sich der Investor zum Standort Eching bekennt“, sagte Thaler.

Gegenüber den ersten Plänen wurden mögliche Übernachtungsmöglichkeiten und ein Restaurant am Surfpark nun gestrichen, so dass sich das Projekt rein auf das sportliche Angebot konzentriere. Das sei eine zentrale Genehmigungsvoraussetzung für die überörtlichen Behörden gewesen, schilderte der Bürgermeister, und das sei auch „durchaus im Sinne der Gemeinde“.

Jung monierte, dass wegen der Hallbergmooser Konkurrenz der Surfpark „zum Experiment“ werde. Zwei Anlagen auf so einem Rang dürften sich nach ihrer Einschätzung nicht rechnen. Thaler versicherte, man werde Rückbauverpflichtungen verlangen und mit Bürgschaften hinterlegen lassen, um auf keiner Ruine in der Landschaft sitzen zu bleiben.

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