Lesermail zum „Mail aus Eching, Betreff: Re: AW: Europa, ja aber“

Lieber Herr Bachhuber,
ich kann verstehen, dass sehr viele Wähler politikmüde sind, weil vermeintlich „nix passiert“ und gegebene Wahlversprechen nicht eingelöst werden.
Wenn ich jedoch die Geschichte Europas aufmerksam verfolge, möchte ich hier sogar noch einen Schritt weiter gehen und sagen, die aktuelle politische Stimmung gleicht doch sehr den geschichtlichen Ereignissen zu Zeiten der Weimarer Republik, und wieviele Menschen dachten damals, das sei alles ganz weit weg?
Daher möchte ich mich ganz klar Herrn von Wangenheim anschließen und sagen „ja, es ist wichtig, wählen zu gehen“ – auch zur Europawahl, auch wenn ich mich in Eching nicht wirklich betroffen fühle.
Patricia Linner

Ein Lesermail

  1. Liebe Frau Linner,

    danke für Ihre Gedanken! Die Klage, dass „nix passiert“, ist in der Tat ein verbreiteter Grundstock für Politikverdrossenheit. Ich halte diese Sichtweise für verfehlt; meist passiert ja nur „das Falsche“, weil in der Regel die lautesten Beschwerdeführer völlig ohne Sinn und Verstand wählen. Aber das nur am Rande.

    Mein Beitrag wollte aber darauf hinweisen, dass in diesem Europaparlament überhaupt nichts passieren kann. Beleg: die vergangenen 40 Jahre dieser Einrichtung. Welche relevanten Beschlüsse wären dort gefasst worden? Welche Debatten geführt, die bewegt hätten? Mit wäre nichts davon erinnerlich.

    Das Europaparlament hat jetzt seit 40 Jahren satte Mehrheiten europafreundlicher Parteien. Inwiefern hat dieses Parlament mit diesen Mehrheiten Europa weiter gebracht? Wo also wäre das Problem, wenn nun europakritische Kräfte stärkere Anteile besäßen? Was würden die in diesem Parlament bewirken können?

    Klaus Bachhuber

Lesermail verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.