Sportplatz plus Friedhof, Feuerwehrhaus plus Wohnbebauung

Der nordwestliche Ortszugang von Günzenhausen zwischen Lichtweg und Bergstraße wird völlig neu entwickelt. Den Neubau des Feuerwehrhauses dort will das Rathaus zum Anlass nehmen, den historisch gewachsenen Funktionsmix um Friedhof und Bolzplatz neu zu ordnen und mit einer Wohnzeile eine Ortsabrundung nach Westen einzuleiten.

Das in Günzenhausen ansässige Planungsbüro Wankner und Fischer hat die Situation nun planerisch skizziert und im Planungsausschuss des Gemeinderats vorgestellt. Es sei „eine große Freue, festzustellen, was in diesem Eck alles steckt“, sagte Simon Wankner vor dem Ausschuss. Die gewachsenen Strukturen wurden in der Planskizze beibehalten und um die neuen Anforderungen ergänzt.

So sollen am Westrand des Bolzplatzes ein Hartplatz entstehen, den die Dorfjugend im Bürgerhaushalt durchgesetzt hat, und zwei neue Stockbahnen mit Gerätehäuschen. In der ersten Planung müssten dafür die Tore des Bolzplatzes um einige Meter nach Osten verschoben werden.

Der Friedhof soll langfristige Erweiterungsflächen erhalten und eine schönere Zugangssituation. Planerin Kristina Wankner hat dies gelöst, indem sie den Zugang von Osten, von der Bergstraße her, nach Norden um eine repräsentative Grünfläche erweitert, die aktuell neue Kapazitäten für Urnengräber aufnehmen könnte und langfristig eine Erweiterungsoption für den Friedhof sein könnte.

Die Grünstruktur westlich von Bolzplatz und Friedhof soll erhalten bleiben. Und dahinter könnte sich dann, in südlicher Linie des neuen Feuerwehrhauses, eine neue Wohnzeile entwickeln. Die Siedlung zöge sich entlang der Straße, die vom Lichtweg die Feuerwehr erschließt, bis zu einer gedachten Verlängerung der Schulstraße. Mittelfristig könnte die Wohnbebauung dann noch weiter nach Westen ausgreifen.

Im Ausschuss gab es bereits erste Korrekturen. Die Stockbahnen müssten unbedingt in Nord-Süd-Richtung angelegt werden, mahnte Hans Grassl, die Pläne sahen sie parallel zur Friedhofsmauer in Ost-West-Ausrichtung vor. Gaorg Bartl bezweifelte, ob Stockbahnen mit ihren Geräuschen beim Spiel nahe dem Friedhof überhaupt verträglich seien.

Gottfried Riedmeier lehnte die Friedhofserweiterung im Osten ab. Auf der Fläche nördlich des Weges werde bei jeder Veranstaltung das Festzelt aufgestellt, mahnte er, diese Fläche dürfe nicht aufgegeben werden. Der natürliche Entwicklungsraum für den Friedhof sei nach Westen.

Umgesetzt werden soll die Entwicklung ohnehin nur schrittweise. Gesetzt ist der Neubau des Feuerwehrhauses und Bürgermeister Sebastian Thaler möchte auch Hartplatz und Stockbahnen unverzüglich realisieren. Bartl sah dagegen das gesamte Konzept noch viel zu unausgegoren, als dass man da bereits Projekte umsetzen könne. Gegen die Stimme Bartls entschied der Ausschuss, Mittel für Hartplatz und Stockbahnen bereits 2020 im Etat vorzusehen und dann „im Rahmen der Möglichkeiten“ umzusetzen.

Zunächst soll aber der Ort das Gesamtkonzept diskutieren. Anhand der Anregungen aus dem Ausschuss werden nun Planalternativen erstellt, die dann in der Bürgerversammlung im Oktober abgestimmt werden sollen.

Der erste Planentwurf in der Grafik der Gemeinde zeigt das überplante Gebiet links der Bergstraße, begrenzt oben vom Lichtweg und unten von der verlängerten Schulstraße. Im Zickzack führt eine neue Erschließungsstraße zunächst am Feuerwehrhaus oben vorbei und dann durch ein mögliches Wohngebiet. Beim Bolzplatz links sind Hartplatz und Stockbahnen zu erkennen, nördlich des Friedhofszugangs die Erweiterungefläche.

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