Kapelle mit Vorbildwirkung?

Gegen die Situierung der geplanten Dietersheim „Kreuzweg-Kapelle“ im Landschaftsschutzgebiet Isarauen gab es massive Bedenken im Bauausschuss des Gemeinderats. Mit 6:4 Stimmen billigten SPD, FW und „Bürger für Eching“ das Projekt gegen CSU und Grüne denkbar knapp.

Bürgermeister Sebastian Thaler schilderte, das Landratsamt habe bereits zugestimmt. Dies sei aber ausdrücklich als Einzelfallentscheidung deklariert, eventuelle Folgeansprüche könnten nicht abgeleitet werden.

Baurechtlich könne das so gesehen werden, hielt Lena Haußmann (Grüne) dagegen, aber von der Wahrnehmung sei das „auf jeden Fall ein Präzendenzfall“. CSU-Sprecher Georg Bartl erwartet ebenfalls, „dass dann auch andere Religionsgemeinschaften das Recht haben, das Gleiche zu machen“.

Aber auch wenn die Kapelle nicht primär religiös gesehen werde, so könne man genauso „kein Interesse haben, an der Stelle einen Ausstellungsraum zu bekommen“, monierte Bartl. Angelika Pflügler (Grüne) sagte ebenfalls, es sei „nicht zwingend, warum das genau an der Stelle sein muss“.

Haußmann, selbst Dietersheimerin, wies darauf hin, dass auch „die Dietersheimer Dorfkirche nicht besonders gut ausgenutzt“ sei. Für die FW urteilte Christoph Gürtner hingegen: „Das passt da ganz gut hin“, die Gestaltung sei „wirklich durchdacht“. In Summe könne die Kreuzweg-Kapelle „eine positive Note für Dietersheim“ entwickeln.

Mit 6:4 Stimmen lehnten SPD, FW und BfE auch Bartls Vorschlag ab, die Kapelle mindestens deutlich niedriger zu machen. Bartls weitere Anregung, das Gebäude näher an den verlängerten Auweg zu rücken, werde er aufgreifen, sagte der Bürgermeister.

Das Grundstück gehört der Gemeinde. Bei einem Bau der Kapelle soll es dazu passend angelegt werden, etwa mit einem kleinen Vorplatz. Die Grafik (unt.) zeigt die mögliche Lage, die Animation (ob.) das geplante Innere.

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