Kreuzweg in den Isarauen

Fünf Wandteppiche mit einer künstlerischen Darstellung des Kreuzwegs sollen in einer „Kreuzwegkapelle“ am verlängerten Auweg in den Isarauen öffentlich zugänglich gemacht werden. Die Pläne einer privaten Initiative wurden vom Rathaus bereits genehmigt, wenn auch umstritten. Jetzt soll ein Trägerverein gegründet werden.

Der Kreuzweg in 13 Stationen wurde von der Aachener Künstlerin Mila Wiertz-Getz (1910-2003) als Auftragsarbeit für die Abtei Tholey im Saarland gestaltet. Zwei Weberinnen arbeiteten zwei Jahre an der Umsetzung der Entwürfe als Wandteppich.

Seit den 1960er Jahren hinge die Teppiche über 30 Jahre in der Benediktinerabtei. Bei einer Renovierung unter anderem wegen Feuchtigkeit im Mauerwerk wurden sie durch neu gerahmte neogotische Kreuzwegstationen ersetzt und landeten in Schränken des angegliederten Schwesternheims.

Dort spürte sie ein Dietersheimer Freund der mittlerweile verstorbenen Künstlerin auf und erwarb sie nach längeren Verhandlungen von der Abtei. „Dieses kunsthistorisch bedeutende Bildwerk ist ein Zeugnis der Kunst der Nachkriegszeit und sollte wieder öffentlich gemacht werden“, so die Motivation, die nun in die Gründung eines Vereins münden soll.

Für die Gobelins soll ein eigenes Gebäude in den Isarauen errichtet werden, wo der verlängerte Auweg auf den Spazierweg parallel zur Isar trifft. Wegen der Lage im Landschaftsschutzgebiet soll ausschließlich mit natürlichen Materialien geplant werden.

Entstehen soll eine reine Holzkonstruktion aus Douglasienholz, in der starke Holzbretter horizontal gestapelt Außenwände und Dach ergeben. Ein steiles Pultdach soll der Kapelle eine prägende Wirkung verleihen, mit der sie sich von landwirtschaftlichen Gebäuden in freier Natur unterscheiden soll.

Die Kapelle soll am First knapp acht Meter hoch werden und zehn mal vier Meter groß. Einzige Innenausstattung sollen die Gobelins werden und eine hölzerne Sitzbank über die gesamte Länge.

Die fünf Wandteppiche (zwei davon im Bild ob.) sind je vier Meter lang und 90 Zentimeter hoch. Bei der Gebäudehöhe könnten sie alle fünf übereinander gehängt werden, geplant ist jedoch zunächst ein zyklischer Austausch im Jahreslauf, so dass jeweils nur ein Wandteppich zu sehen ist.

Aufbau, Betreuung und Unterhalt der Kapelle soll ein Verein übernehmen, dessen formelle Gründung bislang an den Pandemie-Beschränkungen gescheitert ist. Rund 15 Interessenten stünden bereit. Nach Angaben der Initiatoren hätte sich der Bezirksheimatpfleger sehr angetan von der Idee gezeigt und wolle es mit einer fachlichen Expertise unterstützen.

Dietersheimer konnten den Kreuzweg übrigens schon bei der jüngsten Fronleichnamsprozession in Augenschein nehmen, wo er einen Altar schmückte.

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