Landschaftsschutz statt Therme

Das nordwestliche Ufer des Hollerner Sees soll wieder ins Landschaftsschutzgebiet „Freisinger Moos und Echinger Gfild“ aufegommen werden, entschied der Gemeinderat mehrheitlich. Die Flächen waren 2010 für die Thermenplanung ausgeklammert worden.

Als er Landschaftspflege studiert habe, sei im Studiengang die Planung des Thermenumfelds am Hollerner See „als absolutes Negativbeispiel“ an die Wand projiziert worden, schildert Leon Eckert (Grüne) im Gemeinderat. Mit einem Gewerbegebiet vom Geflügelhof bis zum Seeufer sollte die planerische Anbindung an bereits bebaute Gebiete hergestellt werden, eine Genehmigungsvorschrift für eine gewerbliche Nutzung wie die Therme.

Die Grünen hatten nun beantragt, die Flächen wieder dem Landschaftsschutzgebiet zuzuschlagen – was im Umkehrschluss das faktische Aus für alle Gedankenspiele um Thermen, Seesaunen und ähnliches bedeuten würde.

CSU, FW und FDP sahen keinerlei Notwendigkeit, den Landschaftsschutz für die Flächen am Seeufer wieder herzustellen. Man vergebe sich nichts, wenn man den Status Quo beibehalte.

Bürgermeister Sebastian Thaler hatte vorab Vorbehalte geäußert, weil er die Flächen als Faustpfand aufbewahren wollte, um sie quasi im Tausch anzubieten, falls die Gemeinde mal wieder anderswo Parzellen ausgliedern wolle. Ganz konkret gebe es regelmäßig Anfragen, Flächen mit Photovoltaikanlagen zu bestücken.

Eckert verwahrte sich in der Sitzung dagegen, mit Landschaftsschutz zu handeln. Jedes Projekt müsse da einzeln fachlich bewertet werden, Ausgliederungen ebenso wie Aufnahmen.

Mit den Stimmen von SPD, Grünen, „Bürgern für Eching“ und ÖDP entschied der Gemeinderat mit 14:10 Stimmen gegen CSU, FW und FDP, den Landschaftsschutz zu beantragen. Mit 23:1 Stimmen wurde die Gemeindeverwaltung beauftragt, potentielle Flächen für erneuerbare Energien auszusuchen.

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