Dietersheimer Umgehung fällt aus den Planungen

Eine Umgehungsstraße für Dietersheim wird im Rathaus „zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr weiterverfolgt“. Stattdessen will die Gemeinde nun unbedingt die Ortsdurchfahrt vom Staat saniert bekommen. Dazu fordere das Staatliche Bauamt aber, dass die Gemeinde die Umgehung aufgebe, betonte die Gemeindeverwaltung.

Dass die Staatsstraße durch den Ort, die ehemalige B11, dringend saniert werden soll, darüber war sich das Gremium einig, dieser Beschluss fiel einstimmig. Und dass eine Umgehungsstraße nach den Plänen der zuletzt vorgelegten Machbarkeitsstudie „momentan nicht zu realisieren“ sei, darüber war man sich schon vor Jahresfrist einig.

Die Formulierung, sie „zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr weiterzuverfolgen“, wurde allerdings nun erbittert bekämpft. „Die Umgehung darf nicht sterben“, sagte die Dietersheimer Gemeinderätin Heike Krauß (CSU).

FW-Sprecher Christoph Gürtner forderte, im Beschluss ausdrücklich eine Wiedervorlage in fünf Jahren aufzunehmen. Die dramatischen Dimensionen in der Machbarkeitsstudie entsprängen aus seiner Sicht „einer gewollten Negativplanung“, so dass man in einigen Jahren durchaus wieder über die Umgehung reden könne.

Bürgermeister Sebastian Thaler versicherte eindringlich, eine Koppelung an die Aufgabe der Umgehungsstraße sei „die einzige Chance, vom Staatlichen Bauamt die Ortsdurchfahrt saniert zu bekommen“. Eine Wiedervorlage in fünf Jahren hingegen wäre „eine Vorlage fürs Bauamt“, sich der Sanierung zu verweigern.

Zudem könne man auch ohne Merk-Posten jetzt jederzeit die Planung wieder aufnehmen, wenn etwa Garching von sich aus eine Verlegung der Staatsstraße in der Verlängerung plane oder sich die Fördermodalitäten änderten. Derzeit aber erreiche man „durch eine Sanierung der Ortsdurchfahrt eine wesentlich stärkere Verbesserung für die Anlieger“, urteilte er.

Bei der Abstufung der einstigen Bundesstraße B11 zur Staatsstraße vor knapp zehn Jahren hätte die Straße durch den Staat saniert werden müssen. Der Gemeinderat bat jedoch in einem Beschluss 2015 darum, die Sanierung nicht vorzunehmen und das Geld lieber in eine Umgehungsstraße zu stecken. Errechnet worden war damals ein Sanierungsbedarf von 640.000 Euro.

Krauß und Gürtner bezeichneten die Koppelung der beiden Beschlüsse als nicht korrekt. Man könne die Sanierung vornehmen, ohne eine mittelfristige Umgehung zu beerdigen, so ihre Lesart. Nur, was wolle man damit anfangen, konterte Lena Haußmann (Grüne): „Das bringt uns halt nichts, wenn wir Recht gehabt haben.“

Julian Morgenroth (SPD) forderte, stärker auf die bestehenden Alternativen wie die Autobahnen oder die B301 zu setzen. Bei der Sanierung müsse „die Durchfahrt unattraktiver gemacht werden“, so dass die Alternativen realistischer würden. Wenn die Umgehung nicht komme, müsse man aber für eine Beruhigung der Ortsdurchfahrt „das Maximale rausholen“, bekräftigte Vincent Blank (SPD).

Mit 15:8 Stimmen wurde Gürtners Vorschlag einer Wiedervorlage in fünf Jahren abgelehnt. Anschließend fassten Grüne, drei SPDler, Bürger für Eching, ÖDP, zwei CSUler und der Bürgermeister mit 13:10 Stimmen gegen FW, vier CSUler, FDP und eine Stimme aus der SPD den Beschluss, die Umgehung „nicht mehr weiterzuverfolgen“.

2 Lesermails

  1. Die ewige Umgehungsstraße

    Nunmehr seit Jahrzehnten wird um die Ortsumgehung für Dietersheim gerungen und wir waren vor etwa einem Jahr Zeugen, wie ein offensichtlich bestelltes Negativgutachten im Gemeinderat vorgestellt wurde. So jedenfalls auch von Herrn Bimesmeier berichtet. Entschieden wurde, wie in Eching üblich, damals nichts, die Gemeinde Garching war dann auch erstaunt, dass Eching so wenig Interesse hatte.

    Jetzt soll also die Sache noch fester gezurrt werden und die zurückgestellte Sanierung der Ortsdurchfahrt Dietersheim unter gleichzeitiger Aufgabe der Ortsumgehung beschlossen werden.

    Mit der Mehrheit der Bunten wurde also der vermeintlich letzte Nagel in den Sarg der Ortsumgehung geschlagen. Soweit, so schlecht.

    Besonders bemerkenswert bei dieser Abstimmung scheint uns das Verhalten der Dietersheimer Räte und Rätinnen zu sein und hier insbesondere jenes der rechtsgelehrten Gemeinderätin Lena Haußmann, welche zusammen mit den anderen bunten Handaufhebern nun doch gegen die Ortsumgehung und damit gegen die Interessen der Dietersheimer stimmte.

    Es ist durchaus nicht das erste Mal, dass die Studiosa iuris etwas verworrene Meinungen vertritt, wir erinnern uns gerne an die Überreichung einer Unterschriftenliste gegen das Garchinger Windrad an den lieben Sebastian. Dies war zumindest für eine Grüne erstaunlich. Weniger erstaunlich war aber ihre Befürwortung desselben kurze Zeit später. Ja, was denn nun?

    Der frischgebackene SPD-Nachrücker Vincent Blank aus Dietersheim hat sich wohl an seine Wähler erinnert und gegen die Einstellung des Projektes Umgehungsstraße gestimmt. Offensichtlich ist er sich seiner Verantwortung bewusst und ist zu eigenem Nachdenken und Handeln fähig.

    Für die Dietersheimer sollte schon jetzt klar sein, wen man nicht mehr wählt.

    Annette und Dr. Andreas Erb

  2. Meine Herrschaften,

    als Anwohner Hauptstraße 24 habe ich den Glauben an Euch verloren.

    Ich erwarte nun einen wirksamen Lärmschutz, wie in unserem Lande üblich.

    Der Grünstreifen vor unserem Grundstück reicht hierfür locker aus.

    Ich hoffe, diese Maßnahme können Sie umsetzten.

    Eine möglichst rasche Antwort zu meinem Vorschlag erwarte ich spätestens 15.12.2022.

    mfg: a.leitl

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