Einliegerwohnungen ohne Parkplätze

Die Ausstattung der Häuser im Wohnbaumodell an der Böhmerwaldstraße mit Einliegerwohnungen wird vom Rathaus genehmigt, ohne für den zusätzlichen Wohnraum zusätzliche Stellplätze zu fordern. Damit wird eine nachträgliche Umplanung des gesamten Neubaugebiets vermieden.

Mit 8:2 Stimmen verständigten sich SPD, Grüne, FW und BfE/EM gegen die CSU im Bauausschuss des Gemeinderats auf die Sonderregelung. Erlaubt werden soll dies wegen der unmittelbaren Nähe zu S-Bahn und Bus für Einliegerwohnungen unter 40 Quadratmeter in Doppel- und Reihenhäusern.

Der Gemeinderat hatte den Bauherrn zuvor bereits zugestanden, nur einen Stellplatz statt der satzungskonformen zwei für den zusätzlichen Wohnraum zu fordern. Ein Planungsentwurf zeigte nun, dass die Anordnung der zusätzlichen Parkplätze möglich wäre, aber diverse Schönheitsfehler hätte.

So müsste für acht Parzellen der Grundstückszuschnitt geändert werden, was Verfahren im Grundbuchamt zur Folge hätte. Zwei öffentliche Parkplätze würden verloren gehen. Außerdem würde die Atmosphäre deutlich leiden, da beidseits der Straße eine nahezu durchgängige Riegelbebauung entstünde.

Bürgermeister Sebastian Thaler griff daher den früheren Vorschlag der Grünen auf, auch auf den einen Stellplatz ganz zu verzichten. Angesichts einer kaum fünfminütigen Distanz zur S-Bahn und einer Bushaltestelle direkt im Quartier sei das zu rechtfertigen.

Die CSU befürchtete durch diese Erlaubnis „sehr viele Bezugsfälle“, sagte ihr Sprecher Georg Bartl: „Das lässt unsere Stellplatzvorschriften zerbröseln.“ Bedenken trotz ihrer Zustimmung äußerten auch die FW, da der Individualverkehr trotz aller Bemühungen um öffentlichen Verkehr zunehmen werde, wie Christoph Gürtner mahnte. Zudem gebe es auch „haufenweise Leute, die nicht die S-Bahn-Achse nutzen“.

Streit gab es um die grundsätzliche Zulässigkeit der Wohnungen.

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