Zwei Säle für Günzenhausen?

Das Rathaus plant jetzt zweigleisig für einen neuen Bürgersaal in Günzenhausen. Die Planung für die Integration eines Mehrzwecksaales in das gerade entstehende Feuerwehrhaus wird weiter verfolgt; parallel soll für einen Neubau im Garten des Wirtshauses eine Machbarkeitsstudie erstellt werden.

Mit der denkbar knappen Mehrheit von 11:10 Stimmen griffen SPD, FW, „Bürger für Eching“, ein CSU-Rat und Bürgermeister Sebastian Thaler gegen Grüne, „Echinger Mitte“, FDP und vier CSU-Räte auf ausdrücklichen Wunsch der Günzenhausener Vereine die Option im Ortskern auf.

Noch im Januar hatte der Gemeinderat den Plan eines Neubaus hinter verschlossenen Türen offenbar einhellig abgelehnt. Der vorgesehene Standort östlich des bestehenden Gasthauses sei „sehr, sehr schwierig“, bilanzierte Thomas Bimesmeier, der Leiter des Gemeindebauamts.

Mit dem Neubau müssten enorme Höhenunterschiede ausgeglichen werden, Erschließung, Versorgung und Parkmöglichkeiten müssten auf mehreren Ebenen jongliert werden und die unmittelbar nahe Kirchenmauer stelle hohe Anforderungen bezüglich Stützkonstruktionen und Denkmalschutz.

Das sei „das schwierigste Grundstück, das in Günzenhausen für diesen Zweck vorhanden ist“, unkte Georg Bartl (CSU). Mit der Ablehnung im Januar sollten die Grundeigentümer zur Preisgabe einer geeigneteren Fläche bewegt werden.

Das sei aber gescheitert, berichtete der Bürgermeister. Man bekomme also „den problematischsten Teil des Grundstücks“, sagte Siglinde Lebich (Grüne), wo das Bauen „ganz besonders heikel“ sei.

Für eine Entscheidung, ob dort überhaupt gebaut werden könne und zu welchen Kosten, wäre nun eine Machbarkeitsstudie für mindestens 35.000 Euro nötig, die frühestens im März vorläge. Dass so lange die Planung des Feuerwehrhauses gestoppt werden könne, schloss der Gemeinderat unisono kategorisch aus, so dass es nun zwei Planungen gibt.

Die FW legten dabei auch gleich ein klares Bekenntnis ab, notfalls auch zwei Säle errichten zu wollen. „Der Ort braucht gemeinsame Erlebnisse“, sagte Otmar Dallinger (FW), wie sie nur ein Veranstaltungssaal in Verbindung mit dem Wirtshaus ermögliche. Angesichts des eingeleiteten Wachstums auch von Günzenhausen sehe er auch für einen weiteren Saal im Feuerwehrhaus durchaus Bedarf.

Die SPD bekannte sich noch nicht klar zum Neubau, hielt aber jedenfalls eine Machbarkeitsstudie für sinnvoll. „Dadurch könnten vielleicht auch die Seelen in Günzenhausen wieder von ihren Höhen runterkommen“, sagte Herbert Hahner, nachdem die Standortfrage zuletzt für hitzige Debatten gesorgt hatte.

Eine Vorplanung sei überflüssig, weil der Neubau an der problematischen Stelle „nicht wirtschaftlich tragbar“ sei, fasste Bertram Böhm (EM) die Gegenargumente zusammen. Für einen Saal in Bestlage als Ergänzung zum Wirtshaus könnten auch die Eigentümer des Ensembles tätig werden, regte er an. Ein Saal im Feuerwehrhaus sei „die idealere Lösung“, befand Lebich.

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